Golf Il Picciolo - Golf am Fuße des Vulkans Ätna

Das Il Picciolo Etna Golf Resort & Spa liegt am Fuße des Ätnas, genau genommen an seiner Nordost-Seite. Das inmitten von Weinbergen, Oliven- und Haselnußhainen gelegene Resort bietet ein 4-Sterne-Hotel mit knapp 100 Zimmern, ein Spa und einen hübschen 18 Loch-Golfplatz. Das Resort gehört zur Gruppe der JSH-Hotels, zur der weitere Anlagen, teils mit Golfplatz, in ganz Italien gehören. Der Par 72-Platz bietet pro Bahn vier Abschläge, die Gesamtlänge beträgt zwischen 4.743 Metern und 5.645 Meter – Longhitter-Qualitäten sind hier somit nicht erforderlich. Wir spielten unsere runde an einem feucht-nebligen Herbsttag mit einigem Regen – dass dennoch einige Bahnen vom Design her sehr positiv auffielen, spricht für die Architektur des Platzes. Hotelgäste können zu einem ermäßigten Greenfee spielen. 

 

Der Auftakt ist ein maximal 291 Meter kurzes Par 4, das als leichtes Dogleg links ausgeführt ist. Am besten spielt man einen Draw entlang der Bäume links – vom Tee sollte ein kleines Holz oder langes Eisen reichen. Beim Schlag ins Grün spielt man besser über die rechte Seite, links warten ein mächtiger Baum und ein Grünbunker. Bahn 2 ist ein nur bis zu 136 Meter kurzes Par 3 und als einfachste Bahn der Runde eingestuft. Die Fahne des leicht oberhalb liegenden Grüns sollte man möglichst hoch anspielen und so die Bunker so beiden Grün-Vorderseiten aus dem Spiel nehmen. Von den hinteren Abschlägen des bis zu 248 Meter kurzen Par 4s an Bahn 3 sieht man: nichts! Ein echter blinder Teeshot, da die Spielbahn deutlich unterhalb des Abschlags liegt. Ein dichter Busch versperrt sich Sicht Richtung Fairway. Am besten geht man vom Zaun vor dem Busch (hier sieht man Fairway und Fahne) gerade zum aufgeteeten Ball zurück und merkt sich einen Zielpunkt. Nicht zuletzt durch den Höhenunterschied ist diese Bahn dennoch ein „driveable Par 4“, man kann das Grün mit einem geraden Teeshot erreichen, dann bleiben noch zwei Putts auf den insgesamt recht ebenen und nur mäßig schnellen Grüns. Das Par 4 an der folgenden Bahn führt bis zu 311 Meter bergauf. Daher darf man ruhig zum Driver greifen. Am besten zielt man vom Tee Mitte Fairway, denn nach der Drivelandezone wendet sich die Bahn leicht nach rechts. Direkt vor dem Grün wird das Fairway nochmals steiler, man sollte daher durchaus einen Schläger mehr nehmen, um die Fahne auf dem Hochplateau anzuspielen. Dabei sollte man auf die Grünmitte zielen, denn auch die beiden Grünbunker links und rechts sind – je nach Ballposition – von unterhalb kaum einsehbar. Deutlich einfacher spielt sich die folgende Bahn, ein bis zu 166 Meter langes Par 3. Links und rechts bilden Bäume eine kleine Allee, an deren Ende das von drei Bunkern eingerahmte Grün wartet. Nun werden die Bahnen länger, es folgen zwei Par 5s hintereinander. Das erste ist ein deutliches Dogleg links und bis zu 465 Meter lang. Auf dem Weg zum Tee kann man bei guter Sicht einen Blick auf den Gipfel des Ätnas erhaschen. Vom Tee verläuft die Bahn leicht bergauf, am besten spielt man den Ball schlicht Mitte Bahn. Auch nach dem Dogleg geht es zunächst sanft bergauf, erst im letzten Abschnitt Richtung Grün wird die Spielbahn leicht abschüssig. Da zudem Bäume beide Seiten des Fairways immer enger werden lassen, sollte man hier eher einen Lay-up spielen und erst mit dem dritten Schlag die Fahne anspielen. So lässt sich auch der große Grünbunker rechts besser aus dem Spiel nehmen. Bahn 7 spielt sich bis zu 488 Meter und ist die zweitschwerste Bahn des Platzes – und ein Doppel-Dogleg rechts. Zunächst geht es vom Tee geradeaus, am besten hält man den Abschlag etwas rechts an. Dann knickt das Fairway nach rechts, am besten legt man bis zum Ende dieses Abschnitts vor. Von dort ist es dann nochmals ein Wedge oder kurzes Eisen deutlich bergauf zum Grün – ein Par ist hier ein erstklassiges Ergebnis! Bahn 8 bietet das nächste, bis zu 157 Meter kurze Par 3. Das Grün liegt leicht unterhalb der Abschläge. Rechts versperren Bäume und Sträucher den Weg, dennoch sollte man sich von ihnen nicht dazu verleiten lassen, den Abschlag zu weit nach links anzuhalten. Entweder spielt man einen hohen Draw über die Bäume oder hält den Abschlag schlicht Mitte Grün, mit zwei nicht allzu schwierigen Putts ist das Par nicht mehr weit. Mit drei Par 3s braucht es auch drei Par 5, um die Front Nine mit 36 zu absolvieren. Die bis zu 453 Meter lange Bahn 9 ist ein leichtes Dogleg links. Bäume und Sträucher versperren den Weg von den hinteren Abschlägen für einen ausgeprägten Fade, ideal ist hier ein sanfter Draw. Da die Bahn Richtung Grün deutlich nach unten führt, kann man die Fahne durchaus mit dem zweiten Schlag erreichen. Man sollte jedoch nicht zu sehr nach rechts zielen, denn dort wartet ein regelrechtes Bunkerensemble auf ungenau gespielte Bälle. Dennoch: eine tolle Scoring-Möglichkeit zum Ende des ersten Teils.

 

Das Par 3 an Bahn 10 ist eine der schönsten Spielbahnen der gesamten Anlage. Mit bis zu 183 Metern spielt sie sich recht lange, der Weg zum Grün ist vergleichsweise schmal – man sollte das Grün möglichst direkt vom Tee aus treffen. Besonders beeindruckend ist bei ordentlicher Sicht der Hintergrund: hinter dem Grün türmt sich der Ätna auf, bei schönem Wetter bildet sein Gipfel das perfekte Panorama für ein Erinnerungsfoto. Hier fehlt nur noch das Schild „Selfie-Point“... Bahn 11, ein Par 4 mit bis zu stolzen 430 Metern, ist (zu Recht) die schwerste Bahn. Vom erhöhten Abschlag aus ist das Grün leicht nach links versetzt. Man kann nun einen langen Teeshot über die Bäume auf der linken Seite spielen – oder hält etwas mehr rechts an. Am Ende der Drivelandezone lauert jedoch ein weithin sichtbarer Teich. Der Score an dieser Bahn hängt in jedem Fall entscheidend vom Gelingen des Abschlags ab. Der Weg zur Fahne ist meist nochmals lang – und eng. Links begrenzen hohe Bäume und Büsche das Fairway, rechts zieht sich der Teich bis kurz vor das Grün – vor allem bei einer Fahnenposition auf der rechten Seite eine extrem anspruchsvolle Bahn! Das erste Par 5 der Back Nine an Bahn 12 ist bis zu 447 Meter lang und gerade. Leicht nach rechts versetzte Abschläge und eine sehr schön integrierte Ruine rechts sorgen jedoch dafür, dass sich der erste Teil gefühlt wie ein Dogleg spielt. Zudem geht es hier erneut bergauf und das Fairway wird im Bereich der Drivelandezone immer enger. Durch geschicktes Mähen entsteht oft der Eindruck, ab dem zweiten Schlag würde die Bahn bogenförmig zum Grün verlaufen – tatsächlich liegt das Grün in direkter Verlängerung. Wer es jedoch nicht mit dem zweiten Schlag erreichen kann, sollte in der Tat auf der linken Seite vorlegen. Da das Grün deutlich oberhalb liegt, kann man ruhig mindestens einen Schläger mehr nehmen – und so die enge und durch beiderseitige Bunker verengte Gasse zum Grün überspielen. Auf dem Weg vom Tee zum Grün sollte man auch einen Blick auf die links und rechts des Fairways gut sichtbaren Baumterrassen werfen. Weiter geht es mit einem nur bis zu 255 Meter kurzen Par 4, das als leichtes Dogleg links ausgeführt ist. Daher sollte man nur mit einem Eisen abschlagen – denn das Grün ist vom Fairway durch einen breiten und tiefen Graben getrennt. Am besten legt man den Ball zwischen 80 und 100 Meter vor das tiefer liegende Grün, dann hat man ein Wedge zur Fahne – und den Eindruck, man spiele ein Inselgrün in einem Grasmeer an. Bahn 14 misst maximal 350, das Par 4 ist ein leichtes Dogleg links. Vom Abschlag sollte man sich möglichst mittig orientieren, denn auf dem letzten Drittel der Bahn lauert links ein Teich. Je nach Balllage und Fahnenposition muss manchmal der Schlag ins Grün über Wasser ausgeführt werden. Bahn 15 ist ein weiteres Par 3 und maximal 94 Meter kurz. Da das Grün jedoch deutlich erhöht liegt, sollte man ruhig einen Schläger mehr nehmen. Aufgrund der dichten Bäume rechts ist ein Fade der ideale Schlag zum Grün – insbesondere, wenn die Fahne auf der rechten Grünseite steht. Auch an Bahn 16, einem bis zu 324 Meter langen Par 4, geht es bergauf. Der erste Teil des Doglegs rechts verläuft noch eben, allerdings hängt das Fairway von links nach rechts. Daher sollte man den Teeshot eher links anhalten – ohne die Ausgrenze zu überspielen. Danach wird die Bahn immer steiler, bis man das Grün als Plateau erreicht. Die linke Vorderseite des Grüns wird nochmals durch einen Bunker geschützt, ansonsten ist diese Spielbahn bunkerfrei. Durch eine enge Baumschneise wird der Abschlag des bis zu 348 Meter langen Par 4s an der vorletzten Bahn gespielt. Von dort hat man dann noch ein mittleres bis kurzes Eisen ins Grün – und eine gute Chance auf zum Par, denn die gesamte Spielbahn kommt ohne Bunker aus. Mit einem letzten Par 5, Dogleg links, geht es bis zu 499 Meter lang zurück zum Clubhaus. Hügel auf der rechten Fairwayseite und einige Bäume erschweren den Teeshot. Wer sich traut, sollte über den großen Baum auf der linken Fairwayseite abschlagen – klappt das, kann man das Grün mit einem kleinen Holz in zwei Schlägen erreichen. Alternativ spielt man seinen Teeshot gerade die Bahn hinunter und legt nochmals ab. Zum Grün hin fällt die Spielbahn nochmals ab, sodass der Ball bei trockenem Wetter durch den Roll noch zusätzliche Meter gewinnen kann. Das Grün sollte am besten über rechts angespielt werden, da ein großer Bunker die linke Grünseite schützt. Liegt der Ball erst auf dem Grün, sollte man ihn mit zwei Putts sicher ins Loch befördern.

 

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