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Wintergolf im Santa Claus Golf Club, Rovaniemi

Der Santa Claus Golf Club ist eine der wenigen Anlagen weltweit, in denen nicht nur im Sommer auf saftigen grünen Flächen gespielt wird, sondern auch regelmäßig im Winter auf Schnee und Eis. Tatsächlich hat der Club eine längere Wintergolf als Sommergolf-Historie, denn seine Ursprünge gehen auf nur im Winter spielbare Golfbahnen auf den zugefrorenen Flüssen und Seen rund um Rovaniemi zurück. Auch heute noch spielt Wintergolf eine große Rolle im Clubleben. Unmittelbar nach Schließung des Sommerplatzes beginnt das Team mit den Vorbereitungen für den Winter Course. Wenn dann der Platz durch eine entsprechende Schnee- und Eissicht bedeckt ist, kann man von circa Mitte Februar bis Anfang/Mitte April auch in der kalten Jahreszeit dem Spiel mit dem kleinen Ball nachgehen. Doch es gibt einige Änderungen gegenüber dem Sommergolf. Zunächst wird ein eigener Platz angelegt, der statt 18 Bahnen im Sommer lediglich 9 Bahnen umfasst. Für die Abschläge werden Matten verlegt, die Grüns werden durch Whites abgelöst. Diese sind übrigens pfeilschnell, vor allem bei kalten Temperaturen, und brauchen den Vergleich zu Augusta nicht zu scheuen. Man darf – mit Ausnahme der Whites – auch auf den weissen Fairways aufteen, die Flächen links und rechts der Fairways gelten als Rough – und vor allem bei tiefem Schnee nimmt man besser den Strafschlag in Kauf und droppt den Ball auf dem Fairway. Auch beim Equipment gibt es eigene Regeln: ein Wintergolf-Set besteht aus maximal drei Eisen nach Wahl, maximal jedoch Eisen 5, plus Putter. Hölzer sind im Winter nicht zugelassen. Wer seine Ausrüstung nicht tragen möchten, kann sie auf einen kleinen Schlitten packen – die Einheimischen haben sich oft sogar in liebevoller Heimarbeit spezielle Schlägerhalterungen für ihre Schlitten gebaut. Wer im Winter golft, stellt schnell fest, dass es eine ganz andere Art von Golf ist – und die Schlagweite spürbar nachlässt. Der Platz, ein Par 30 mit insgesamt 1.130 Metern Länge, bietet stets gemeinsame Teeboxen für Damen und Herren und umfasst vier Par 3s und sechs Par 3s. 

 

Zum Auftakt wartet, unterhalb des Clubhauses Richtung Driving Range, die erste Bahn, ein 101 Meter langes Par 3. Hier lernt man, dass man auch auf die Langläufer achten muss, die sich in den Loipen auf dem Clubgelände befinden – und „Vorfahrt“ gegenüber den Golfern haben. Vom Tee geht es zudem leicht bergab, eine gute Gelegenheit, die Schlagweite im Winter – die auch durch die natürlich deutlich dickere Kleidung beeinflusst wird – einmal auszuprobieren. Dann geht es entlang der Abschläge auf der Driving Range in Richtung der zweiten Teebox. Das 160 Meter lange Par 4 spielt sich morgen oft genau in die Sonne hinein und verläuft ganz leicht bergauf. Das Fairway ist sehr breit, man sollte eher leicht rechts anhalten. Beim Schlag zur Fahne ist Präzision gefragt, denn rechts und hinter dem White lauern kleine Hügel und tiefes Rough. Einen kleinen Hügel hinaus geht es weiter zur dritten Bahn, einem bis zu 92 Meter langen Par 3 – das entlang der ersten Bahn des Sommergolfplatzes verläuft. Hier sollte man nicht zu weit nach links zielen, sonst landet der Ball – der beim Wintergolf natürlich farbig sein sollte – im Wald. Von einem leicht erhöhten Tee – immer noch auf dem Gelände des Sommer-Par 5s von Bahn 1, spielt man das nächste Par 3 mit bis zu 90 Metern. Weiter geht es, wieder ein wenig bergauf, zur kürzesten Bahn, dem 83 Meter kurzen Par 3 auf dem vorderen Teil der zweiten Bahn im Sommer. Das Fairway ist hier schmaler als an anderen Bahnen, daher ist Präzision vom Tee wichtig. 

 

Nun geht es zum höchsten Punkt der Runde – und zugleich zum schwierigsten Par 4 des Wintergolfplatzes. Mit 191 Meter ist die Bahn auch die längste Bahn der 9-Loch-Runde, sie spielt sich jedoch etwas kürzer, da es bergab geht. Vom Tee sollte man weder zu weit nach links noch nach rechts zielen, denn dort lauert dichter Wald. Auch im Bereich der Abschlag-Landezone lauert Gefahr: zwei hohe, dicht aneinander stehenden Nadelbäume versperren oft für den zweiten Schlag den direkten Weg zur Fahne. Auch der Schlag zum White ist alles andere als einfach. Rechts vor der Fahne nimmt eine Senke gnadenlos alle zu kurzen Annäherungsschläge in Empfang – gerät der Annäherungsschlag jedoch zu lang oder zu weit nach links, lauert dichter Wald. Wer sich traut, kann übrigens nach dem Teeshot mit dem Schlitten zu seinem Ball fahren. Auch Bahn 7 ist ein Par 4. Das leichte Dogleg links misst 176 Meter. Wer sich traut, kann den Ball vom Tee direkt links anhalten und ihn so – über die Kurve der Langlaufpiste hinweg – gut positionieren. Sonst sollte man sich eher rechts halten. An Bahn 8 wartet ein bis zu 100 Meter langes Par 3, das Grün liegt deutlich unterhalb des Abschlags – und zwar auf dem See, der im Sommer die Bahnen 1 und 17 voneinander trennt. Bleibt der Teeshot zu kurz, kann der Ball unangenehm am Hang zum Liegen kommen. Die letzte Bahn ist zugleich die schwierigste: das bis zu 137 Meter lange Par 3 wird von vielen Golfern nicht vom Tee erreicht – wer es schafft, greift meist zum längsten Eisen der drei möglichen Schläger beim Wintergolf. Zudem wird das Fairway Richtung Fahne immer enger, links und rechts kommen Bäume ins Spiel. Wer hinter das Par mitnimmt, darf sich zu Recht über einen gelungenen Rundenabschluss freuen.

 

Eine besondere Tradition ist das jährlich Mitte März ausgetragene Turnier Santa’s Snow Golf Classic. Das wohl bekannteste Event ist dem Namensgeber des Clubs gewidmet, Santa Claus. Am offiziellen Wohnsitz des Weihnachtsmanns – wie Rovaniemi auch gerne genannt wird – findet jährlich Mitte März das zweitägige Event statt. Das Turnier wurde erstmals 1987 ausgetragen, damals unter dem Titel „Santa Claus Arctic Golf Tournament“. Seit 2018 wird es in der heutigen Form und unter dem Namen Santa’s Snow Golf Classic ausgetragen und umfasst sowohl eine Einzel- als auch eine Teamwertung. Selbstverständlich gibt es auch einen Siegerpokal – und dieser wurde von der USGA (United States Golf Association, US-Amerikanischer Golfverband) gestiftet. Hintergrund: 2018 nahm USGA-CEO Mike Davis auf Einladung an dem Event teil. Er war so begeistert, dass er nicht nur ein Fan des Wintergolfs wurde, sondern seitdem auch offizieller Botschafter von Santa Claus Golf ist. Dies nahm die USGA zum Anlass, einen entsprechenden Pokal zu stiften – natürlich mit Santa Claus auf dem Pokal. Das Event wird mehrheitlich von lokalen Golfern gespielt, steht aber grundsätzlich Golfern aus der ganzen Welt offen.

 

Wintergolf ist eine ebenso anspruchsvolle wie unterhaltsame Variation zum Sommergolf. Dabei wirken sich nicht zuletzt die im wahrsten Sinne teils arktischen Temperaturen aus, je nach Wetterlage können diese vor allem morgens durchaus auf bis zu -30 Grad Celsius sinken – entsprechende Kleidung ist daher unverzichtbar. Und gerade wer den Santa Claus Golf Club aus dem Sommer kennt, wird schnell feststellen, dass auf Schnee und Eis nicht nur ein anderes Course Management gefragt ist, sondern auch eine teils andere Spieltechnik. Oder wie es Clubmanagerin Pia Lillberg ausdrückt: „Wintergolf ist für die meisten Golfer ein großes Mysterium, aber gleichzeitig ein wunderbares Erlebnis!“.

 

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