PGA National Resort, Palm Beach

Weltklasse-Resort mit 5 Top-Plätzen

Golfanlagen werden in Florida auf ganz unterschiedliche Arten betrieben: als klassische Pay & Play-Anlage, die allen Golfern offensteht, als semi-private Club oder als privater Club exklusiv für seine Mitglieder. Oft sind die Anlagen auch mit Unterkünften kombiniert, was im Ergebnis zum Resort führt. Im Unterschied zur reinen Golfanlage bieten diese jedoch nicht nur Unterkünfte, sondern oft auch weitere Aktivitäten wie beispielsweise Tennis. Nun gibt es auch in Deutschland und in Europa durchaus Anlagen, die sich selbst als Resort bezeichnen, vor allem in Südeuropa. Doch wer die Chance hat, das PGA National in Palm Beach zu besuchen, merkt schnell, dass in Amerika eben doch vieles größer ist. Man könnte auch sagen: es gibt viele Resorts und es gibt das PGA National, denn das Angebot dieser Anlage, die schon einem eigenen Stadtteil gleicht, sucht in der Tat seinesgleichen.

Nun bezeichnet gerne jede Golfanlage weltweit, die über mindestens 18 Spielbahnen verfügt, ihren Platz gerne als Championship Course. Wer sich für seinen Urlaub jedoch für das PGA National entscheidet, kann gleich zwischen fünf hochwertigen Plätzen wählen, auf welche die Bezeichnung Championship Course mehr als zutrifft! Der Estates Course ist mit rund 4.400 bis 6.000 Metern einer der kürzeren Plätze des Resorts. Er befindet sich rund 5 Meilen westlich des Resorts. Der Fazio Course, früher als The Haig bekannt, stammt aus dem Jahre 1980 und wurde zu Ehren von Walter Hagen konzipiert. 2012 wurde er umfassend optimiert und ist nun mit 4.600 bis fast 6.400 Metern eine Herausforderung für Golfer alles Spielstärken. Auch der Squire Course, benannt nach Gene Sarazen, wurde 2012 renoviert und bietet anspruchsvolles Spiel mit vielen Wasserhindernissen und Doglegs. Ganz im Sinne seines Architekten, Arnold Palmer, wartet der Palmer Course mit typischen Risk & Reward-Elementen auf, gilt aber dennoch als einer der fehlerverzeihenderen Plätze des Resorts. Das zeigen auch die bis zu 9 (!) verschiedenen Teeboxen, die eine Anpassung an nahezu jede Spielstärke und Schlaglänge erlauben und dem Platz eine Länge zwischen rund 4.400 und 6.400 Metern verleihen.

Der wohl berühmteste Platz des Resorts ist jedoch The Champion. Er wurde ursprünglich von George und Tom Fazio designt und 2014 von Jack Nicklaus überarbeitet. Seit dem prägt nicht zuletzt die Bear Trap, die Bahnen 15 bis 17, den Charakter des Platzes. Der Platz gilt als einer der anspruchsvollsten Anlagen auf der PGA Tour, die hier mit der Honda Classic alljährlich das älteste PGA-Turnier der Saison veranstaltet. 2013 war es gar der schwerste Platz der gesamten Turniersaison! 

 

Wir durften bei unserem Besuch den Champion spielen – und es wurde ein unvergessliches Golferlebnis! Um die Plätze des PGA Resorts spielen zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten: man ist selbst Mitglied des Clubs, man ist Gast eines Mitglieds oder man ist Gast des Resorts. Klassische Greenfees als reines Pay & Play-Angebot gibt es hingegen nicht, doch zu den Buchungsmöglichkeiten später mehr.

 

Da wir den Platz rund 5 Wochen vor der Honda Classic spielen durften, präsentierte er sich bereits in nahezu perfektem Zustand. Und: The Champion wird mit Forecaddy gespielt. Unser Caddy Liam, ein junger englischer Pro, der vor einigen Jahren als College-Golfer nach Florida kam, war die perfekte Unterstützung auf der Runde. Für alle, die mit Caddy-Systemen nicht so vertraut sind: im Unterschied zum Bag-Caddy, der beispielsweise häufig in Großbritannien eingesetzt wird, läuft der Forecaddy am Abschlag voraus und hilft, die Bälle zu finden. Zudem recht er häufig die Bunker, gibt Tipps für die Annäherungen und natürlich auch auf dem Grün. Unser Fazit: eine Runde mit Forecaddy ist vor allem auf einem fremden Platz eine tolle Unterstützung, die nicht nur die Orientierung erleichtert, sondern auch sehr nützliche Hinweise zu den Bahnen gibt. Und die Tasche braucht er nun wirklich nicht zu tragen, denn wie fast überall in Florida absolviert man seine Runde in einem Buggy.

 

Die Runde beginnt mit einem eher kurzen Par 4, links wartet Wasser auf verzogene Drives, rechts die Ausgrenze. Auch beim schon längeren Par 4 an der nächsten Bahn lauert rechts Out of bounds, links säumen zahlreiche Bäume das Fairway, zudem wird das Grün durch einen großen Bunker auf der linken Seite geschützt. An Bahn 3 wartet das erste Par 5: die Drivelandezone ist recht komfortabel, doch der Eingang zum Grün wird zu beiden Seiten durch Bunker geschützt. Das folgende Par 4 mit bis zu 340 Metern ist als leichtes Dogleg links konzipiert, auch hier ist eine präzise Annäherung erforderlich, will man die Grünbunker vermeiden. An der 5 wartet das erste und – trotz Wasserhindernis – leichteste Par 3 auf die Golfer. Weiter geht es mit dem zweiten Par 5, das sich mit maximal 440 Metern jedoch durchaus mit dem zweiten Schlag erreichen lässt. Voraussetzung: man versenkt seinen Teeshot nicht links im Wasser oder in einem der zahlreichen Fairwaybunker rechts. An der 7, einem bis zu 200 Meter langen Par 3, kommt ebenfalls reichtlich Wasser zwischen Teebox und Grün ins Spiel, hier ist die Kombination aus Länge und Präzision gefragt. Das lange Par 4 an Bahn 8 bietet ausnahmsweise mal kein Wasser vom Abschlag (Extra-Longhitter einmal ausgenommen), dafür trennt das Wasser jedoch das Fairway vom Grün. Bleibt der Teeshot zu kurz, hilft hier oft nur eine 3-Schläge-Strategie auf dem Weg zum Grün. Bahn 9, ein mittellanges Par 4 Dogleg links, ist dann am Abschlag wieder Kopfsache: die Drivelandezone ist an sich breit genug, doch das Wasser auf der linken Seite zieht manche Bälle einfach magisch an. Ein Halfway ist übrigens nicht erforderlich, kommt doch regelmäßig auf der Runde das Beverage Cart vorbei und bietet Softdrinks, Wasser, Bier und Snacks perfekt gekühlt an. 

 

Bahn 10 ist eine der wenigen Bahnen, die komplett ohne Wasser auskommt. Dennoch ist das Par 5 mit gut 500 Metern Länge nicht zu unterschätzen. Und an der 11, einem bis zu rund 410 Meter langen Par 4, kommt es vor allem beim zweiten Schlag auf Präzision an, da das Grün leicht nach rechts versetzt ist und zudem der Eingang sehr gut durch Wasser rechts geschützt wird. Auch die 12, ein weiteres Par 4, zeigt sich recht wasserarm, es sei denn, der Schlag ins Grün gerät deutlich zu lang. Bahn 13 wiederum erfordert volle Konzentration am Abschlag, sonst landet der Ball schnell in einem der zahlreichen Fairwaybunker links oder gar im Wasser rechts des Fairways. Bahn 14 zeigt ein umgekehrtes Bild, bei diesem bis zu 420 Meter langen Par 4 lauert das Wasser rechts über nahezu die gesamte Spielbahn – eine deutliche Einstimmung auf den nun anstehenden Höhepunkt der Runde. Denn an der 15 beginnt sie, die berühmte Bärenfalle, die Bear Trap. Eine große Bärenskulptur (hier kommt kaum ein Gast ohne Erinnerungsfoto vorbei) markiert den Anfang dieser Bahnen, von denen Jack Nicklaus einst sagte: „It should be won or lost right here!“.

 

Und schon die 15 verdeutlicht eindrucksvoll, was Nicklaus damit meinte. Auch wenn die Bahn „nur“ maximal 160 Meter lang ist: streng genommen besteht sie aus Teeboxen und einem Grün, dazwischen nichts als Wasser und links ein Weg, der beides miteinander verbindet. Man sollte bei dieser Bahn also in keinem Fall zu kurz oder zu weit nach rechts zielen, doch das sagt sich je nach Windverhältnissen deutlich einfacher als es sich spielt. Auch das Par 4 an der 16 ist äußerst knifflig: je weiter man abschlägt, umso enger wird die Drivelandezone. Über die gesamte Länge zieht sich rechts das Wasser, die Fairwaymitte wird zudem durch Wasser links und große Fairwaybunker geschützt. Auch wenn ein schmaler Bereich Fairway und Grün miteinander verbindet, fühlt sich der Schlag ins Grün erneut eher wie bei einem Inselgrün an. Und auch die 17 zum Abschluß der Bärenfalle, ein weiteres Par 3 mit bis zu 155 Metern, ist nichts für Wasser-Phobiker. Carry vom Tee auf das Grün lautet die Devise, alles andere fällt im wahrsten Sinne ins Wasser.

 

Wer nun jedoch glaubt, mit der Bärenfalle alle Hindernisse überwunden zu haben, sollte die Schlussbahn nicht unterschätzen: das knapp 500 Meter lange Par 5 beginnt mit einem Abschlag über das Wasser, und über die gesamte Bahn bleibt rechts das Wasser erhalten. Zudem hat man den Eindruck, dass es auf dieser Bahn mehr Bunker gäbe als auch allen vorherigen Bahnen zusammen: fast das gesamte Fairway ab der Drivelandezone wird links von Bunkern gesäumt. Zudem ist die Spielbahn S-förmig gewunden, so dass auch beim Schlag aufs Grün das Wasser häufig nochmals ins Spiel kommt. 

 

 

Keine Frage: dieser Platz ist nicht nur einer der schönsten, sondern auch einer der anspruchsvollsten Plätze Floridas. Aber er ist eben nicht nur schwierig, sondern auch architektonisch wunderschön angelegt und spielt perfekt mit den typischen Florida-Golfelementen Wasser und strahlend helle Bunker. Wer hier aufteet, darf sich auf 4 herausfordernde, aber auch herrliche Golfstunden freuen. Wichtiger Tipp: immer genügend Bälle mitnehmen, die Wasserhindernisse sind gierig!

 

Das PGA National Resort bietet jedoch nicht nur 5 Plätze vom Feinsten, sondern auch hervorragende Trainingsmöglichkeiten. Auch die deutsche Nationalmannschaft führt hier häufig Trainingslager durch, auch zahlreiche deutsche Golfprofis auf der US-Tour der Damen und Herren schauen regelmäßig im PGA National vorbei. Wer im Urlaub sein Golfspiel verbessern möchte, kann hier gleich auf drei renommierte Akademien zurückgreifen: die DAVID LEADBETTER GOLF ACADEMY, die DAVE PELZ SCORING GAME GOLF SCHOOL und das EBC EVERY BALL COUNTS ELITE TRAINING.

 

Wer sich für einen Golfurlaub im PGA National Resort interessiert (was wir im übrigen nur sehr empfehlen können), kann zwischen verschiedenen Unterkünften wählen. Besonders beliebt sind die Häuser und Bungalows des Resorts, die mit eigenen Pools und Küchen auch für Familien bestens geeignet sind. Am besten wenden sich Interessierte an das PGA National German Office – eine weitere Besonderheit dieses tollen Resorts. Jürgen Rassmann (jrpgausa@aol.com) organisiert seit vielen Jahrzehnten Aufenthalte nach Maß für deutschsprachige Urlauber im Resort und betreut die Gäste auch während des Aufenthalts. Das Angebot reicht von Gruppenreisen, beispielsweise Trainingsreisen von Mannschaften, bis hin zu Individualurlauben. Und alleine schon die fünf Top-Plätze dieser Anlagen zeigen, dass man für einen Urlaub hier mindestens eine Woche einplanen sollte. Weitere deutschsprachige Informationen des PGA National German Office gibt es unter www.pganational.de. 

 

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