Palm Beach Par 3 Golf Course - Golf on the Ocean

...der für uns bisher beste Par 3-Platz, den wir spielen durften!

Ein reiner Par 3-Platz – was auf den ersten Blick nach einer Golfvariante für Einsteiger klingt, entpuppt sich auf den zweiten Blick als echtes Juwel unter den Golfplätzen Floridas. Und nicht nur das: wer Par 3-Plätzen, die in Deutschland gerne leicht abwertend direkt als Kurzplatz bezeichnet werden, bisher wenig Beachtung geschenkt hat, wird hier mit Sicherheit überzeugt, dass auch ein reiner Par 3-Platz einen perfekten Golftag bewirken kann. Das gilt nicht nur für die Spielbahnen, sondern auch für das Clubhaus und die hervorragende Gastronomie.

Dabei sieht die Geschichte des Palm Beach Par 3 Golf Clubs – Golf on the Ocean – zunächst nicht gerade nach einer Erfolgsgeschichte aus. 1961 erbaut, befand sich die Anlage zunächst in Privatbesitz der Phipps-Familie. 1973 wurde der Platz an die Stadt Palm Beach verkauft – und entwickelte sich als Pay & Play-Anlage zunächst so, wie es viele von kommunalen Anlagen erwarten: er wurde ein Quell permanenter Verluste. Da verwundert es wenig, wenn zu Beginn des 21. Jahrhunderts erste Überlegungen aufkamen, sich wieder von der Anlage zu trennen, zumal inzwischen einiger Renovierungsbedarf aufgekommen war. Doch was nun folgt, ist eine typisch amerikanische Erfolgsgeschichte!

 

Raymond Floyd, immerhin 22-facher Toursieger und Sieger bei 4 Majors, darunter auch das Masters und die US-Open, und Bürger von Palm Beach erkannte das Potenzial der Anlage. Mit der neuen Par 3 Foundation wurden 4,5 Mio. USD an Spenden eingesammelt und Floyd, inzwischen auch anerkannter Golfplatzdesigner, kümmerte sich 2009 mit seinem Team persönlich um Redesign und Renovierung der Anlage. Auch ein neues Clubhaus wurde gebaut. Ende 2010 engagierte die Stadt zudem Tony Chateauvert als neuen Head-Pro und General Manager. Mit seiner langjährigen Erfahrung in New Yorker Privatclubs kannte er sich nicht nur bestens mit dem Management hochwertiger Golfanlagen aus, sondern kannte auch die Mentalität vieler Gäste, da die Ostküste Floridas besonders gerne von Menschen aus der Region New York besucht wird. Tony und seinem Team gelang es dann, binnen weniger Jahre aus einem jährlichen Verlust von rund 100.000 USD bis 2016 einen Jahresgewinn von fast 600.000 USD zu machen – und den Club als feste Größe in der Golfszene von Palm Beach zu etablieren.

 

Heute wird der Par 3-Course nicht nur von den eigenen Mitgliedern, sondern auch von vielen Mitgliedern umliegender Clubs und natürlich zahlreichen Gästen gerne gespielt. Je nach Tageszeit kostete ein 18-Loch-Greenfee Anfang 2017 zwischen rund 35 und 50 USD, Buggies gibt es für rund 15 USD pro 18-Loch-Runde. Und der Club zählt inzwischen zu den besten Par 3-Anlagen der USA, wenn nicht gar auf der ganzen Welt. Golf Digest wählte ihn zwei Mal auf Platz 1 unter den Par 3-Plätzen, weitere renommierte Golfmagazine äußerten sich ähnlich positiv.

 

Die Schönheit der Anlage wird schon bei der Anfahrt deutlich. Der Club in West Palm Beach liegt auf der schmalen Landzunge direkt am Atlantik. Während man zur Meeresseite die Brandung und das offene Meer erblickt, liegt die Innenseite quasi an einer Lagune. Da diese immer wieder auch von großen Schiffen passiert wird, sollte man für die Anfahrt ein paar Minuten mehr einplanen, falls die Zugbrücken, die diesen Landstreifen mit dem Festland verbinden, in Betrieb sind. Wie der Name schon sagt, sind alle 18 Spielbahnen als Par 3 angelegt, die Gesamtlänge des Platzes beträgt je nach Teebox zwischen rund 1.500 und 2.350 Metern.

 

Auf den Front 9 spielt man zunächst links des großen Teichs, der auch zur Bewässerung der Anlage genutzt wird, und wechselt nach der zweiten Bahn über die Straße von der Atlantik- auf die Lagunenseite. Hier warten dann auch einige längere Spielbahnen auf den Golfer, beispielsweise die 4 mit bis zu 156 Metern. Zum Ende der Front Nine kehrt man wieder auf die Atlantikseite zurück

Die zweiten neun Bahnen bieten nun auch immer wieder fantastische Ausblicke auf das Meer. Die Länge der Bahnen variiert sehr schön von kurzen Varianten mit lediglich 74 Metern bis hin zu Bahn 14, dem mit 192 Metern längsten Par 3 der Anlage. Die Fairways präsentierten sich in fantastischem Zustand und auch die Grüns machten die Putts alles andere als leicht – so macht das kurze Spiel Spaß, was man auch an der starken Auslastung der Anlage merkt, ohne dass zu irgendeinem Zeitpunkt Gedränge aufgekommen wäre. Das 18. Grün direkt am Meer wird dann auch gerne noch für ein Erinnerungsfoto genutzt, bevor man ein weiteres Juwel des Clubs nicht missen sollte: das Clubhaus im Südstaaten-Stil! Der Proshop ist sehr gut sortiert und preislich sehr fair, sein Sortiment bietet mehr als mancher Shop großer Golfanlagen.

 

Krönender Abschluss eines Aufenthalts im Par 3 on the Ocean ist jedoch ein Lunch oder Dinner im Clubrestaurant Al Fresco. Den Betreibern ist es gelungen, hier den Ableger eines Sterne-dekorierten Gourmetrestaurants zu installieren – und die angebotene, äußerst frische italienische Küche zählt mit zum Besten, was wir bisher auf Golfanlagen geboten bekommen haben: sowohl die Pizzen als auch die hausgemachte Pasta und nicht zuletzt ein wunderbar leichtes Tiramisu sorgen schnell dafür, dass man die verbrauchten Kalorien von der Runde wieder kompensiert. Das ganze genießt man am besten auf der Terrasse im ersten Stock bei einem Glas Wein oder Bier mit tollen Blicken auf den Atlantik.

 

Wir können uns dem Urteil vieler Kollegen nur anschließen: einen schöneren Par 3-Platz haben auch wir noch nicht gespielt und das Servicekonzept vom Golfplatz über den Proshop bis hin zur Gastronomie passt perfekt! Ein Must Play in der Region Palm Beach!

 

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