Golf Club Villafranca „Le Vigne“: Entspanntes Golfen am Gardase

Der Gardasee ist seit Jahrzehnten eine der beliebtesten Ferienregionen der Deutschen. Kein Wunder, dass sich mittlerweile viele hochklassige Golfanlagen, vor allem im Süden des Sees, angesiedelt haben. Ein wenig im Hinterland versteckt lädt der Golf Club Villafranca Gäste auf eine äußerst entspannte Runde ein. Die Anlage steht in angenehmem Gegensatz zu vielen doch eher hochpreisigen und entsprechend „signoresken“ Golfanlagen Norditaliens. Hier geht es eher familiär zu, das gilt auch für die Clubgastronomie. Die Buggies sind nicht einheitlich grün, sondern kommen in mehreren Farben auf den Platz. Also ein typischer Platz, den man einfach für eine schöne, entspannte Runde Golf gemeinsam mit Freunden oder Familie wählt. Apropos Freunde: natürlich sind auch des Menschen beste Freunde, also Hunde, auf dieser Anlage sehr gerne gesehene Gäste. Die Preise sind, gerade für die Region Gardasee, erfreulich günstig – das Greenfee beträgt für 18 Loch 40 bis 50 Euro, ein Buggy kann für 15 Euro gemietet werden. Wer möchte, kann auch direkt an der Anlage Quartier beziehen, direkt neben dem Clubhaus gibt es 2 Apartments und 6 Doppelzimmer, auch ein Pool gehört zum Angebot.

 

Der Par 70-Platz weist teilweise eine etwas gewöhnungsbedürftige Loch-Abfolge auf, man sollte daher genau die jeweiligen Beschilderungen zur nächsten Spielbahn beachten. Der Platz selbst ist weitgehend flach, von einigen kleinen Hügeln abgesehen, und kann somit auch sehr gut zu Fuß absolviert werden. Besonders schön sind bei dieser Anlage die zahlreichen, aber nicht zu dicht gepflanzten Bäume, insbesondere Zypressen. Sie sorgen einerseits für Schatten, andererseits trennen sie auch die Spielbahnen voneinander. Insgesamt vier Abschläge pro Bahn ermöglichen es jedem Spieler, die individuell zur Spielstärke passende Abschlagbox zu wählen.

 

Die Runde beginnt mit einem eher kurzen Par 4, dessen Fairway zum Grün hin leicht nach links abbiegt. Unmittelbar neben dem Grün beginnt Bahn 2, ein ebenfalls eher kurzes Par 4, dessen Spielbahn sich jedoch leicht bogenförmig nach links Richtung Fairway zieht – hält man den Abschlag zu weit nach links an, sind schnell die erwähnten Zypressen im Weg. Danach folgt das erste Par 3 mit immerhin 190 Meter von den hinteren Abschlägen. Rechts verhindern Bäume einen zu starken Draw Richtung Grün. Der Abschlag von Bahn 4 liegt auf einer kleinen Anhöhe. Das Dogleg knickt nach gut zwei Drittel der Spielbahn um mehr als 90 Grad nach rechts ab. Theoretisch könnte man das Grün vom Tee direkt angreifen – wenn da nicht die Hecke und der große Baum auf der rechten Seite wären. Zudem droht links der Drivelandezone eine Ausgrenze. Am besten wählt man ein kleines Holz oder langes Eisen und spielt den Ball möglichst direkt in den Knick hinein, von dort ist es noch ein leichtes Wedge ins Grün – wenn man nicht den kleinen Teich links oder den Bunker rechts des Grüns trifft. Nun folgt ein weiteres kurzes Par 4, zur Abwechslung windet sich das Fairway in der zweiten Hälfte leicht nach rechts. Der ideale Teeshot ist hier der Fade für Rechtshänder, allerdings sollte der Abschlag nicht zu lange sein, sonst kommt ein großer, quer verlaufender Fairwaybunker ins Spiel. Es folgt ein weiteres, mittleres Par 3 (leider ist der Hof hinter dem Grün ein wenig verfallen, was den sehr positiven Eindruck von der Anlage ein wenig in die falsche Richtung lenkt). An Bahn 7 wartet das erste Par 5 der Runde, ein starkes Dogleg links. Wer sich traut, kann vom Tee über die Bäume auf der linken Seite abkürzen und hat so eine gute Chance auf ein Birdie. Nach einer etwas längeren Wegstrecke wartet an Bahn 8 direkt ein weiteres Par 5, dieses Mal jedoch als weitgehend gerade Bahn ausgeführt. Sehr schön ist der Abschluss der ersten Spielhälfte: das kurze Par 3 an Bahn 9 weist einen frontalen Teich vor dem Grün sowie zu beiden Grünseiten große Bunker auf.

 

Nun geht es, vorbei am ersten Abschlag, auf die Back Nine. Diese beginnen mit einem geraden, nicht allzu langen Par 4. Der Annäherungsschlag sollte jedoch nicht zu kurz bleiben, sonst lauert ein quer verlaufender Wassergraben. Auch das Grün wird durch drei Bunker gut verteidigt. An Bahn 11 wartet die längste Spielbahn, ein über 500 Meter langes Par 5. Die Bahn verläuft als leichtes Dogleg links, vom Tee sollte man vor allem die Ausgrenze auf der linken Seite aus dem Spiel nehmen und den Abschlag eher rechts anhalten. An Bahn 12 wartet ein weiteres, sehr schönes Par 3: die nur knapp 120 Meter lange Bahn sieht leicht trichterförmig aus, das Fairway öffnet sich zum Grün hin deutlich. Der quer verlaufende Teich auf dem Fairway ist eher ein optisches Element und sollte normalerweise nicht ins Spiel kommen – anders als die Grünbunker vorne und zur rechten Seite. Nach einer nun wieder etwas längeren Wegstrecke gelangt man zur einem schönen Dogleg rechts. Hier kann man entweder den Ball vom Tee in den Knick spielen und dann einen langen Schlag Richtung Grün in Kauf nehmen – oder man riskiert den Abschlag über die Bäume rechts. Auch Bahn 14 ist ein Par 3 und erneut sehr schön gelungen. Die rund 140 Meter lange Bahn hat ein deutlich erhöhtes Grün, dass mit seinen Bäumen fast ein wenig an die Toskana erinnert. Einzige Schwierigkeit: man sieht den Ball nicht auf dem Grün landen, verfehlt man das Grün, kann die Ballsuche durchaus schwierig werden. Weiter geht es mit einem kurzen Par 4, Dogleg links, deren zweiter Teil nahezu parallel zu Bahn 5 verläuft. Auch Bahn 16 ist ein leichtes Dogleg links, hier sollte man vom Tee lieber zum Eisen greifen. Der Abschlag der 17, mit rund 120 Metern ein weiteres kurzes Par 3, ist wiederum leicht erhöht. Man sollte jedoch das Grün oder zumindest den Bunker davor treffen, denn das dichte Rough zwischen Abschlag und Grün gibt die Bälle nur sehr ungern wieder frei. Zum Abschluss erwartet die Golfer nochmals ein Par 5, den Teeshot sollte man möglichst auf der linken Fairwayseite ablegen, dann kann man das Grün leichter anspielen. Nach der Runde sollte man in jedem Fall noch einen After-Round-Drink im Clubhaus genießen, denn schließlich ist der Gardasee auch die Heimat unzähliger Winzer mit ausgezeichneten Gewächsen.

 

Wer Tortellini mag, sollte übrigens einen Besuch im Juni in Erwägung ziehen. Jedes Jahr am dritten Dienstag des Junis wird im rund 20 Autominuten entfernten Valeggio sul Mincio die „Festa del nodo d'amore“ abgehalten, das Fest des Liebesknotens, wie man Tortellini auch gerne nennt. Dann wird die 600 Meter lange Viscontibrücke gesperrt und an zwei Tischreihen genießen rund 4.000 Gäste die lokale Köstlichkeit – allerdings nur als Vorspeise, zusätzlich gibt es noch einen Fisch- oder Fleisch-Hauptgang und ein Dessert.

 

Natürlich kann man auch außerhalb des Festival in Valeggio ausgezeichnete Tortellini genießen. Unser Tipp: das in der Innenstadt gelegene „Al Re del Tortellino“.

 

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