Golf d'Etretat und die Normandie

Golfen auf den Klippen des Ärmelkanals und Savoir vivre

Etretat und seine Klippen

 

Das französische Seebad Etretat ist vielen Gästen vor allem durch seine zu beiden Seiten des Ortes verlaufenden, beeindruckenden weißen Klippen bekannt. Etretat liegt am Ärmelkanal entlang der rund 120km langen Steilküste von Dieppe nach Le Havre. Wenn auch deutlich kleiner, sind die weißen Klippen von Dover dennoch allgemein bekannter, aber die Küste bei Etretat ist nicht minder beeindruckend. Am besten erkundet man die Klippen vom Strand in der Ortsmitte aus, hier führen zu beiden Seiten gut ausgebaute Wanderwege auf die Klippen. Festes Schuhwerk ist trotzdem unbedingt empfehlenswert, denn nur ein Teil des gesamten Weges ist – wie zu Beginn – geteert und entsprechend gut ausgebaut. Die aus Kreide und Feuerstein bestehenden Klippen sind weithin sichtbar, Wind und Meer haben an vielen Stellen teils bizarre Formationen geschaffen. Wählt man den Weg zur linken Seite des Strandes, hat man zudem an einigen Stellen sehr gute Blicke auf den Golfplatz der Gemeinde. Für einen Spaziergang sollte man mindestens anderthalb Stunden einplanen – je nach geplanter Wegstrecke und Verweildauer an den verschiedenen Aussichtspunkten.

 

Golf d'Etretat

 

Nicht minder faszinierend ist der Golfplatz. Wenige hundert Meter hinter dem Ortsausgang führt eine kleine Straße durch dichten Wald recht steil bergauf. Denn: das Platz liegt oberhalb der Klippen und ist daher insgesamt recht eben, so dass man ihn auch gut zu Fuss absolvieren kann. Der Par 72 Platz hat eine Länge zwischen rund 4.700 und 6.000 Metern und ist für alle Spielstärken interessant. Zudem bietet sich an vielen Punkten des Platzes eine fantastische Sicht auf das Meer und die Klippen, ein Fotoapparat sollte daher durchaus mit auf die Runde genommen werden. Der Platz selbst ist ein typischer Parkland Course, immer wieder umranden Büsche und Bäume die Spielbahnen und insbesondere die Grüns. Den Auftakt macht ein eher kurzes Par 5 mit maximal 444 Metern. Auch das folgende Par 3 ist mit bis zu 139 Metern eher kurz, hier sollte der Teeshot nicht zu lange geraten, sonst verschwindet er gerne in den Büschen hinter dem Grün, zur rechten Seite warten ebenfalls Büsche und zwei Grünbunker auf verzogene Abschläge. Das folgende Par 4 ist mit knapp 400 Metern deutlich anspruchsvoller, vor allem bei Gegenwind. Zudem ist das Fairway leicht S-förmig angelegt, da landet der Ball auch gerne einmal im First oder Second Cut. Mit der vierten Bahn wendet sich der Platz erstmal in Richtung der Klippen. Das Grün ist vom Abschlag aus nicht einzusehen, jedoch weist eine Zielstange den Weg für den Drive. Das leichte Dogleg rechts ist eine faire Bahn – doch wenn man das Grün erreicht, fällt es schwer, den Blick von den Klippen abzuwenden und sich auf seinen Putt zu konzentrieren. Von daher: erst die Bahn zu Ende spielen, dann – wenn möglich – die Aussicht genießen und mit Fotos dokumentieren. Bahn 5 ist nahezu parallel zur Vorbahn angelegt, allerdings wurde hier ein Dogleg links realisiert. Longhitter können über den Knick dieses maximal 377 Meter langen Par 4s abkürzen, jedoch wartet auf dieser Seite der Spielbahn auch der einzige Fairwaybunker der Bahn. Das folgende, bis zu 464 Meter lange Par 5 ist erneut sehr anspruchsvoll: sowohl für lange Teeshots als auch eine Drei-Schlag-Strategie zum Grün wurden die Fairwaybunker geschickt platziert, das Grün wird zudem durch ein Wasserhindernis zur rechten Seite geschützt. Bahn 7 ist dagegen mit maximal 318 Metern recht kurz, hier sollte ein langes Eisen oder kleines Holz vom Tee ausreichen. Wichtig ist der Schlag ins Grün, denn zwei mächtige Grünbunker flankieren das Ziel zu beiden Seiten. Bereits vom Abschlag der achten Bahn bieten sich tolle Ausblicke auf die Klippen Richtung Ortszentrum. Das leichte Dogleg links ist zwar bis zu 406 Meter lang, allerdings verläuft das Fairway abschüssig, so dass sich die Bahn kürzer spielt. Den Abschluss der ersten Runde bildet das bis zu 157 Meter lange, zweite Par 3. Das Grün liegt leicht unterhalb des Abschlags, man spielt hier gefühlt Richtung offenes Meer und Klippen. Auch vom Grün aus lohnt sich ein Blick zurück, vor allem bei Sonne erstrahlen die Klippen in strahlendem Weiss.

 

Mit der folgenden zehnten Bahn, einem bis zu 456 Meter langen Par 5, beginnt der zweite Teil der Runde. Die Bahn ist nicht umsonst die schwierigste Bahn des gesamten Platzes und erfordert gutes Course Management. Der Abschlag ist deutlich oberhalb nahe des Clubhouses, die Spielbahn selbst verläuft jedoch quasi eine Ebene unterhalb. Zudem verläuft das Fairway leicht S-förmig, links und rechts der Spielbahn drohen Ausgrenzen. Unser Tipp: sicher mit einem mittellangen oder langen Eisen den Ball ins Spiel bringen und dann mit drei Schlägen den Ball aufs Grün bringen, auch so ist ein Par gut spielbar. Nun folgt der landschaftlich schönste Teil der Anlage. Die folgenden Bahnen spielt man nahezu parallel zu den Klippen, immer wieder eröffnen sich neue Aussichten auf die Felsen. Das maximal 174 Meter lange Par 3 an Bahn 11 spielt sich über eine kleine Senke, zudem wartet auf der linken Seite des Grüns ein Abhang, so dass man sich vom Tee eher etwas nach rechts ausrichten sollte. Auch das folgende Par 5 mit 462 Metern vom hinteren Abschlag bietet auf dem Fairway ein Auf und Ab. Auf der rechten Seite lauern zu dem die Ausgrenze und einige Bunker. Dafür bieten sich vom Grün dieser Spielbahn erneut fantastische Ausblicke auf die Klippen. Das folgende Par 3 ist das längste der Anlage, auch hier wartet rechts die Ausgrenze auf verzogene Bälle. Das Grün ist leicht überhöht und fällt nach rechts ab, zudem schützen zwei Bunker das Ziel. Bahn 14 wartet mit dem vielleicht herausforderndstem Teeshot auf: Man steht recht nahe an den Klippen, das Fairway liegt leicht nach links versetzt und es gilt, vom Tee eine kleine Senke zu überspielen. Da die Bahn jedoch nur 336 Meter lang ist, sollte man hier ruhig eine defensive Strategie anwenden. An Bahn 15 lernt man eine weitere Besonderheit der Back Nine kennen: es gibt drei Par 3-Bahnen, dafür jedoch auch drei Par 5-Bahnen auf diesem Teilstück. Mit bis zu 171 Metern ist Bahn 15 das letzte Par 3, hier ändert sich auch die Spielrichtung wieder weg von den Klippen hin zum Clubhaus. Das Grün ist länglich ausgebaut, so dass man die aktuelle Fahnenposition bei der Schlägerwahl unbedingt berücksichtigen sollte. Beim folgenden Par 4, einem leichten Dogleg links, sollte man versuchen, den Abschlag auf das Fairway zu bringen, sonst lauern dichtes Rough und auf der linken Seite auch abschüssiges Gelände. Das folgende kurze Par 4 an der 17 ist ein Dogleg rechts. In der Drivelandezone warten rechts einige Bunker, der Bereich vor und rund um das Grün wird zudem durch Bäume sehr gut verteidigt. Zum Abschluss erwartet den Golfer dann noch die längste Bahn der gesamten Anlage, ein bis zu 519 Meter langes Par 5 zurück zum Clubhaus. Der Abschlag ist leicht erhöht, idealerweise vermeidet man die Fairwaybunker zu beiden Seiten der Spielbahn. Optisch verengt sich die Bahn, je näher man an das Clubhaus kommt. Daher ist das Grün auch leicht überhöht, man spielt fast direkt auf das Clubhaus zu. Der Annäherungsschlag wird am besten Mitte Grün platziert, rechts lauern zwei große Bunker auf ungenaue Schläge.

 

Nach der Runde kann man auf der Terrasse des Clubhauses die Erlebnisse des Tages wunderbar Revue passieren lassen – oder man kehrt zu einem schönen Fischgericht ins Ortszentrum zurück. Golf d’Etretat ist eine sehr schöne Anlage, die sich Ende Juni in Top-Zustand präsentierte. Die Bahnen sind fair, die insgesamt 4 Teeboxen ermöglichen es allen Golfern, die für sie geeignete Bahnlänge zu spielen. Die zahlreichen Ausblicke auf die Klippen verleihen diesem Platz ein besonderes Flair, wie man es kaum von anderen Plätzen in Europa kennt.

Pont de Normandie und Honfleur

 

Fährt man von Etretat Richtung Süden, kommt man zum Pont de Normandie. Diese längste Schrägseilbrücke Europas verbindet Le Havre und Honfleur zu beiden Ufern der Seine. Das schöne Städtchen Honfleur gilt als einer der Geburtsorte des Impressionismus. Besonders sehenswert sind der alte Hafen mit seinen bunten Häusern und die zahlreichen kleinen Gässchen. Sehenswert ist auch die Kirche Sainte Catherine, eine Holzkonstruktion, deren Turm separat neben dem Kirchengebäude steht. Auch die Kirche St. Leonhard ist einen Besuch wert. Wer mag, kann an einem der zahlreichen Verkaufsstände auch den für die Normandie typischen Calvados und Cidre kaufen – es gibt jedoch im Umfeld ein deutlich besseres Preis-Leistungsverhältnis direkt vom Produzenten.

 

Calvados Toutain

 

Wer guten und alten Calvados sowie Cidre mag, sollte einen Besuch bei Calvados Toutain unbedingt einplanen. Die Qualität der Produkte ist ausgezeichnet und die Preise haben auf Neudeutsch Outlet-Niveau. Die Adresse lautet: Domaine de la Couterie, 27210 Beuzeville

 

Deauville

 

Viele Strände in der Normandie, beispielsweise auch in Etretat, sind Kieselstrände. Weiter südlich, im berühmten Seebad Deauville, gibt es jedoch auch herrliche, sehr breite Sandstrände. Das Angebot an Hotels ist sehr vielfältig, das beste Hotel am Ort ist das 5-Sterne-Domizil Barrière Le Normandy, das seine Gäste mit allem erdenklichen Luxus verwöhnt. Am Strand wartet eine weitere Besonderheit: die Strandkabinen wurden zu Ehren des Festivals des amerikanischen Films mit den Namen berühmter US-amerikanischer (und britischer) Schauspielerinnen und Schauspieler versehen. Die Strandpromenade „Promenade des Planches“ ist mit Holzplanken versehen und bietet zahlreiche Bars und Restaurants mit Blick auf den Strand und das Meer.

Mont Saint Michel

 

Fast schon ein Pflichtbestandteil jeder Normandie-Reise ist ein Besuch von Mont-Saint-Michel. Obwohl die Gemeinde weniger als 40 Einwohner hat, wird sie jährlich von mehreren Millionen Touristen besucht. Nachdem der Bereich zwischen Insel und Festland durch den im 19. Jahrhundert errichteten Damm immer mehr versandete, hat man nun einen neuen Steg anstatt des Damms angelegt, so dass die Insel bei Flut wieder komplett vom Meer umschlossen werden kann. Vom Zentralparkplatz aus kann man entweder mit den kostenlosen Shuttlebussen oder – was man zumindest für einen der beiden Transfer genießen sollte – per Pferdekutsche zum Mont-Saint-Michel gelangen. Die Insel selbst ist kostenfrei zugänglich, in den engen Gassen mit ihren zahlreichen Restaurants und Souvenirläden herrscht reges Treiben. Die Ursprünge dieser Anlage reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. Gegen Eintritt kann man das weithin dominierende Gebäude, die Abtei Mont-Saint-Michel, besuchen. Die ehemalige Benediktiner-Abtei verteilt sich über mehrere Ebenen, die man entweder auf eigene Faust oder als geführte Tour erkunden kann.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© 2018 by keep-golfing. com, powered by MC Management Consulting GmbH