Vive le Ryder Cup, vive Le Golf National!

Ryder Cup-Feeling im Le Golf National - mit Champagner-Zugabe!

Noch zwei Jahre, genauer vom 28. bis 30. September 2018, dann blickt die Golfwelt nach Frankreich. Denn dann wird im Le Golf National in Guyancourt vor den Toren von Paris beziehungsweise bei Versailles der Ryder Cup ausgetragen. Grund genug also, den Platz schon jetzt einmal zu besuchen.

 

Le Golf National ist ein Golf-Resort, zu dem neben dem direkt neben dem Clubhaus gelegenen Novotel insgesamt drei Golfplätze zählen. Austragungsort des Ryder Cups wird der 18-Loch-Championship-Course „Albatros“ sein. Darüber hinaus gehören der 18-Loch-Platz „Aigle“ (Englisch: Eagle) und der 9-Loch-Platz „L’Oiselet“ zur Anlage. Letzterer soll jedoch in 2017 umgestaltet werden. Zusätzlich gehören eine große Driving Range und ein markenunabhängiges Fitting-Center zum Angebot, so dass die Golfanlage auch für Mannschafts- und Trainingsreisen bestens geeignet ist.

 

Im November 2016 haben wir uns die beiden 18-Loch-Plätze angesehen – und festgestellt, dass Frankreich auch in Sachen Golf unbedingt eine Reise wert ist! Natürlich sollte man, wann immer möglich, am einfachsten direkt im Novotel auf dem Clubgelände wohnen, so gelangt man in 60 Sekunden vom Zimmer zum Clubhaus. Das Hotel wird in 2017 renoviert, um Mitte 2017 bereits in neuem Glanz für den Ryder Cup zu erstrahlen. Eine Besonderheit gibt es auch bei der Golfanlage: diese wird nämlich vom Französischen Golfverband selbst betrieben – ein Modell, das in Deutschland unbekannt ist. Auch die französische PGA hat ihren Sitz auf dem Gelände des Clubs.

 

Obwohl es bereits Mitte November war, spielte das Wetter an unserem ersten Golftag perfekt mit: die Sonne zeigte sich, und einer schönen Runde auf dem Aigle-Course stand nichts mehr im Weg. Der Platz zeigt sich in bester Links-Golf-Tradition und ist für Golfer aller Handicaps zugängig. Die Fairways sind vergleichsweise breit angelegt, Wasser kommt nur sehr selten ins Spiel – und auch die bei klassischem Links-Golf oft gefürchteten Topfbunker sucht man vergebens. Insgesamt 4 Teeboxen ermöglichen es den Golfern zudem, einen für ihre individuelle Spielstärke passenden Abschlag zu wählen. Die Runde beginnt mit einem mittellangen Par 4, dessen Fairway sich wie ein kleines Tal zwischen die beiden seitlichen Hügelfelder einpasst – eine schöne, nicht allzu schwere Einstiegsbahn. An der 2 ist dann schon mehr Länge erforderlich, spielt sich das lange Par 4 doch auf bis zu 400 Meter. Zudem kommt links Wasser ins Spiel, sodass viele Teeshots gerne in den Hügeln rechts des Fairways landen. Bahn 3 spielt sich durch ein kleines Tal hinauf auf das Grün – und damit doch länger als es die reine Vermessung mit 205 bis 261 Meter erwarten lässt. Weiter geht es über das erste, mittellange Par 3 zu einem schönen Par 4 mit leichtem Dogleg rechts. Hier will der Teeshot gut platziert sein, damit man beim zweiten Schlag das Grün einsehen kann. Ein weiteres, längeres Par 3 sowie schönes Par 5 mit eher kleinem Grün setzen die Runde fort. Zwei weitere Par 4s beschliessen die Front 9, die übrigens Links-typisch am hintersten Punkt des Platzes enden. Auch wer nur neun Bahnen spielen möchte, darf nun quasi die kompletten Back Nine zurücklaufen. Vor allem bei schönem Wetter gibt es oft zusätzliche Begleitung durch Sportflugzeuge, denn unmittelbar an den Platz angrenzend befindet sich das Aérodrome de Toussus-le-Noble, in dem unter anderem der Aéro-Club Air France seinen Sitz hat. 

 

Weiter geht es mit einem langen Par 3, das sich je nach Abschlag zwischen 148 und 206 Metern spielt. Beim folgenden Par 4 kommt es darauf an, sich durch die Landschaft nicht zu sehr zu einem Schlag nach rechts verleiten zu lassen, denn das Grün liegt in einem Dogleg auf der linken Seite – und wird sehr gut durch 3 Bunker verteidigt. Vor allem am späten Nachmittag sollte man als Golfer nun ein gutes Gefühl für die Flugrichtung des eigenen Balles haben, denn nun schlägt man häufiger gegen die Sonne und so mancher Ball verschwindet im Gegenlicht. Der Abschlag der 12 ist leicht erhöht direkt neben dem 11. Grün, erneut wartet ein Dogleg links auf die Golfer. Der Teeshot sollte in Richtung und Länge gut dosiert sein, wartet doch auf der rechten Seite ein Wasserhindernis auf unsauber geschlagene Bälle. Nach einem mittleren Par 3 wartet dann ein längeres Par 4, Dogleg rechts, auf die Golfer. Daher sollte man seinen Abschlag hier nicht zu weit links anhalten, sonst wartet einerseits dichteres Rough, zum anderen wird der Schlag ins Grün recht lang. Mit der 15 setzt langsam die Rückkehr Richtung Clubhaus ein. Nach einem verhältnismässig einfachen Par 5 an Bahn 15 und einem kurzen Par 4 auf das letzte Par 5 der Runde, die 17. Hier lauert ein grosses Wasserhindernis rechts auf die Abschläge, danach wendet sich die Bahn nach links zum Grün dieses Doglegs. Die Schlussbahn spielt sich vergleichsweise einfach und bietet auch ein im Vergleich zu den anderen Bahnen recht grosses Grün – eben eine perfekte Schlussbahn, um danach die Runde im Clubhaus nochmals Revue passieren zu lassen. Mit einer Gesamtlänge von gut 5.900 Metern von den hinteren Abschlägen ist der Aigle-Course ein sehr schöner Golfplatz, der sich für Golfer aller Spielstärken eignet. Das Design ist sehr fair, man braucht erfreulich wenig Bälle auf einer Runde. Und die Qualität der Grüns hat uns, nicht nur für November, absolut überzeugt: sehr eben und richtig schnell, so macht Golfen Spass! Das Greenfee liegt bei 75 Euro von Montag bis Freitag sowie bei 90 Euro Wochenenden. Ein Push-Trolley sowie ein Token zum Einspielen sind darin bereits enthalten.

Am nächsten Morgen wollten wir uns dann auf die „grosse Bühne“ wagen: der Albatros-Platz stand auf dem Programm. Doch wie im Herbst nun einmal nicht unüblich, folgte auf das tolle Sonnenwetter vom Vortag eine sternenklare Nacht – und somit Frost! Also verzögerte sich unser Abschlag um rund 2 Stunden und wir nutzen die Zeit, den künftigen Austragungsort des Ryder Cups schlicht als winterliches Golf-Fotomotiv festzuhalten.

 

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