Wicklow Golf Course - der Platz mit Aussicht

Der Wicklow Golf Club ist ein typischer Geheimtipp im County Wicklow, rund eine Autostunde von Dublin entfernt. Der Club ist ein typischer Mitgliederclub der Einheimischen, dennoch werden Gastspieler hier sehr gerne und sehr freundlich aufgenommen. Mit drei Abschlägen pro Teebox und einer Gesamtlänge von 4.522 bis 5.518 Metern spielt sich der Platz eher kurz – allerdings sollte man die zahlreichen Hanglagen nicht unterschätzen, so dass man häufig auch einmal bergauf spielen muss und sich der Platz somit gefühlt deutlich länger spielt. Der Par 71-Platz hat (Stand: Mai 2019) ein Greenfee zwischen 35 und 40 Euro. Wer nicht ganz so gut zu Fuß ist, sollte allerdings die Anmietung eines Buggies erwägen.

 

Schon die erste Bahn ist spektakulär: direkt vor dem Proshop wartet der erste Abschlag zum tiefer gelegenen Fairway. Der tolle Ausblick auf Black Castle geradeaus verleitet ein wenig dazu, denn Ball zu weit nach rechts zu spielen – doch das bis zu 477 Meter lange Par 5 ist ein leichtes Dogleg rechts. Dennoch sollte man den Drive nicht zu weit nach links anhalten, denn hier wartet nehmen dichtem Rough auch die Ausgrenze. Der Weg zum zweiten Abschlag ermöglicht noch einmal einen schönen Blick nach links auf die Schlossruinen. Der folgende Abschlag führt entlang der Küste zur Linken – da ist es wenig verwunderlich, wenn viele Teeshots eher rechts auf dem Fairway der ersten Spielbahn landen. Das Grün liegt leicht versteckt, der Annäherungsschlag bei diesem langen Par 4 sollte nicht zu weit nach links gehen, sonst drohen die Klippen und das Aus. Weiter geht es, immer noch das Meer zur Linken, zur dritten Bahn – dem lediglich 241 Meter kurzen, geraden Par 4 namens „Hens & Chickens“ – doch am Ende der Bahn fragt sich, ob man nicht gefühlt mehr Höhen- als Längenmeter absolviert habe: vom Tee weg geht es deutlich nach oben, so dass selbst Longhitter das Grün nur mit Mühe erreichen werden. Das Grün liegt auf Höhe des Clubhauses in einer kleinen Senke. Die nun folgenden Bahnen 4 und 5 verlaufen weitgehend parallel nebeneinander, daher ist die linke Seite out of bounds. Das Fairway läuft bogenförmig Richtung Grün, bleibt der Abschlag zu weit links, landet er entweder zwischen den Bäumen oder in einem der zahlreichen Fairwaybunker. Der Rückweg über Bahn 5 erfordert einen Teeshot direkt neben dem Clubhaus – vor allem bei starkem Besucherandrang nicht gerade beruhigend für die Nerven... Der blinde Teeshot dieses geraden und nur 275 Meter langen Par 4s kann kerzengerade gespielt werden. Beim Annäherungsschlag zum leicht unterhalb gelegenen Grün sollte man bedenken, dass hinter dem Grün erneut der Atlantik wartet – wodurch viele Annäherungsschläge letztlich, die Nerven lassen grüßen, deutlich zu kurz bleiben. Bahn 6 trägt den stolzen Namen „Pebble Beach“ – doch leider war der hintere Abschlag, auf einem Felsvorsprung quasi direkt im Meer gelegen, während unserer Runde nicht im Spiel. Von hier geht es über 170 Meter carry vom Meer auf das Fairway, welch ein Teeshot! Doch auch die etwas weiter vorne liegenden Teeboxen präsentieren eine anspruchsvolle Bahn. Das bis zu 371 Meter lange Par 4 ist als leichtes Dogleg rechts ausgeführt. Vom Tee hängt das Fairway jedoch zunächst nach links, so dass selbst Mitte Bahn getroffene Abschläge durchaus noch nach links ins Aus entlang der Klippen rollen können. Vom Fairway aus kann man zur linken Seite sehr gut einen Blick auf die Back Nine genießen und erkennt, dass auch dort ein Wechselbad von bergauf, bergab wartet. Bahn 7 ist das erste Par 3 der Front Nine – und mit 125 Metern nicht allzu lange. Man schlägt unmittelbar an den Klippen ab und spielt deutlich bergauf über einen Zaun, der einen Spazierweg zum Strand schützt. Vor allem, wenn die Fahne in der vorderen Grünhälfte gesteckt ist, kommt es auf die richtige Länge an – denn die ausgezeichnet gepflegten Grüns können derart schnell werden, dass ein Putt vom hinteren, oberen Grünplateau bergab über das gesamte Grün hinausrollt. Auch Bahn 8, ein bis zu 362 Meter langes Par 4, das sich zudem leicht nach links wendet, geht stetig bergauf. Rund um das Grün sollte man zudem auf die Abschläge der neunten Bahn achten, die von den hinteren Teeboxen quasi über die achte Bahn gespielt werden. Eine Senke vor dem Grün und zwei Grünbunker erschweren an Bahn 8 das Spiel. Ein bis zu 131 Meter kurzes Par 3 Richtung Clubhaus mit vier Grünbunkern beschließt den ersten Teil der Runde.

 

Die zweite Hälfte startet mit einem schönen Par 4, dessen bis zu 331 Meter lange Bahn sich in weitem Bogen nach rechts windet. Das Grün ist deutlich erhöht, so dass man ruhig einen Schläger mehr für den Schlag ins Grün nehmen kann. Bahn 11 verläuft nahezu parallel zu Bahn 7, ist jedoch mit 155 Metern das längere Par 3. Der Teeshot geht leicht nach rechts über die langgezogene Senke, links ist die Bahn sehr abschüssig, rechts lauern dichte Ginsterbüsche. Nun geht es weiter, das gerade ansteigende und bis zu 363 Meter lange Par 4 spielt sich vergleichsweise einfach, da das Fairway ein wenig trichterförmig ausgestaltet ist – bleibt der Ball hingegen zu weit links oder rechts, lauern dichte Büsche. Vom Grün sollte man den Blick auch zurück Richtung Küste schweifen lassen, die Ausblicke sind atemberaubend. Noch deutlicher steigt das folgende Par 4 an, der Teeshot sollte hier eher nach rechts angehalten werden – ideal ist der Fade. Das Grün ist auf einem erhöhten Plateau, man sollte unbedingt die Fahnenposition beachten, da es zwei Ebenen auf unterschiedliche Höhe aufweist. Obwohl bis zu 498 Meter lang, geht das folgende Par 5 an Bahn 14 spürbar bergab und spielt sich daher deutlich kürzer. In der zweiten Hälfte knickt die Bahn leicht nach links ab, beim Schlag ins Grün sollte man nicht zu weit nach rechts anhalten, dort wartet ein tiefer Bunker. Bahn 15 ist ein deutliches Dogleg rechts und 325 Meter lang. Die Bahn geht stetig bergauf bis zum Grün, das einem Plateau gleicht. Vom Grün sollte man erneut den Blick in die Ferne Richtung Clubhaus schweifen lassen – eine tolle Aussicht! Die 16. Bahn ist das kürzeste Par 5 und führt bergab – eine tolle Scoringchance! Longhitter sollten den kleinen See auf der rechten Fairwayseite beachten, der vom Tee aus kaum einsehbar ist. Das Fairway hängt mal nach links, mal nach rechts, das Grün ist zudem deutlich erhöht – aber vergleichsweise eben. Nun folgt das vielleicht anspruchsvollste Par 3 an Bahn 17: obwohl nur 147 Meter lang, liegt das Grün etwas tiefer als der Abschlag, zudem ist es kesselartig angelegt. Links ist ein Hang der natürliche Feind des Fades. Ist der große See ohne Wasser, kann man anhand der zahlreichen Bälle im Bodenschlamm erahnen, wie viele Golfer hier dem berühmten „Mind the water“ zum Opfer gefallen sind.... Die Schlussbahn führt nochmals leicht bergauf zurück zum Clubhaus, das Grün des nur 318 Meter kurzen Par s ist vom Tee aus leicht nach rechts versetzt. Der Teeshot sollte nicht zu weit nach rechts angehalten werden, dort lauern einige Büsche. Hat man das Grün erreicht, kann man die Runde mit zwei Putts erfolgreich beenden.

 

Der Wicklow Golf Club ist ein perfektes Beispiel, dass Länge allein nicht den Schwierigkeitsgrad eines Golfplatzes bestimmt. Die zahlreichen An- und Abstiege und der interessante Verlauf der Bahnen erfordern ein klares Course Management – ein Platz, auf dem man ab der zweiten Runde sicherlich manche Bahn anders angehen würde, aber die fantastischen Ausblicke wird man als Golfer auch auf weiteren Runden genießen.

 

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