Lahinch Golf Club - auf den Spuren von Old Tom Morris und Alister McKenzie

Der Lahinch Golf Club blickt auf eine gut 125-jährige Geschichte zurück. Auf Basis des ursprünglichen Platzdesigns von 1892 wurde 1894 ein neuer Platz durch keinen Geringeren als Old Tom Morris entworfen und realisiert. 1926 entschloss man sich, Dr. Alister McKenzie (der auch den Augusta National Golf Club designt hat) mit einem Neudesign zu beauftragen. Dieser Linksplatz wird bis heute gespielt. 1961 kam ein 9-Loch-Platz, der Castle Course, hinzu. Ende des letzten Jahrtausends wurde Dr. Martin Hawtree schließlich damit beauftragt, den Platz an die heutigen Erfodernisse und Möglichkeiten des Golfspiels anzupassen. So wurden alleine 14 Grüns neu gestaltet, zudem wurden die Dünen entlang des Atlantiks stärker einbezogen. Das Ergebnis ist bis heute einer der gleichzeitig ursprünglichsten und anspruchsvollsten, aber gleichzeitig auch faszinierendsten Links-Plätze Irlands. 

 

Inzwischen hat der Old Course zahlreiche nationale und internationale bekannte Turniere beheimatet, zudem wurde er zum Austragungsort der Irish Open 2019 gekürt. Der Club selbst ist weiterhin ein traditioneller Mitgliederclub, Gäste sind sehr willkommen, können jedoch nur zu ausgewählten Zeiten aufteen. Der rund eine Autostunde nordwestlich von Limerick und gut anderthalb Stunden südlich von Galway gelegene Platz zählt zu den bekanntesten und sicherlich auch schönsten Anlagen entlang des Wild Atlantic Ways – das Greenfee reißt mit über 210 Euro für eine Runde jedoch auch ein spürbares Loch in die Reisekasse. Trotzdem sollte man – vor allem, wenn man den Platz das erste Mal spielt – unbedingt einen Caddie buchen, denn deren Erfahrung und Platzkenntnis sorgt für ein deutlich erfolgreicheres Spielerlebnis. 

 

Der Lahinch Old Course ist ein traditioneller Links Platz: er liegt direkt am Meer, zudem wird klassisch Out – In gespielt, sodass die neunte Bahn recht weit vom Clubhaus entfernt ist. Landschaftlich haben uns insgesamt die Front Nine etwas besser gefallen, was sicherlich vor allem an der Nähe zur Spielbahnen zum Atlantik liegt und auch der deutlich unterschiedlicheren Architektur der Bahnen. Die Schlussbahn verläuft zudem leider an einer der Hauptverkehrsstrassen, so dass hier doppelte Vorsicht geboten ist.

 

Den Auftakt der Runde bildet ein vergleichsweise einfaches, mittleres Par 4 mit breitem Fairway. Hat man diese Einstiegsbahn gut überstanden, geht es mit einem schönen Par 5, Dogleg rechts weiter. Mit Bahn 3 nähert sich der Golfer bereits dem Atlantik, links der Abschläge ist das Hafengelände und ein großer Kinderspielplatz. Zudem wartet hier der erste blinde Teeshot den Hügel hinauf, von dort geht das lange Par 4 als leichtes Dogleg links weiter. Die Bahn 5 gilt zurecht als eine der schönsten Bahnen. Zwar ist das Par 5 mit maximal 435 Metern nicht allzu lange, jedoch scheint der Teeshot zunächst in ein enges Tal zu gehen, bevor man dann mit dem zweiten Schlag über einen Hügel Richtung Grün spielt. Damit man hier keine anderen Golfer trifft (auch weitere Spielbahnen der Back 9 und der Abschlag der folgenden Bahn liegen in der gleichen Richtung) setzt der Club eigene Marshals ein, die mit roter oder grüner Flagge anzeigen, ob man weiterspielen kann. Die folgende Spielbahn ist das Signature Hole des Platzes: ein zwar nur bis zu gut 140 Meter langes Par 3, doch das Grün wird doch einen mächtigen Hügel zur linken Seite verteidigt – die Fahne ist daher meist vom Tee gar nicht zu erkennen. Wer seinen Ball nicht so hoch spielen kann, sollte lieber die kleine Gasse rechts des Grüns wählen und dann das Grün per Chip anspielen. Auch die nächste Bahn beeindruckend mit tollen Aussichten. Das mittellange Par 4 Dogleg links bietet ein tiefer liegendes Grün, dahinter tobt – je nach Wind und Witterung – der Atlantik. Nun folgt ein weiteres mittellanges Par 4, Dogleg links, entlang der Küste, erneut mit blindem Abschlag einen Hügel hinauf. Weiter geht es mit einem schönen Par 3 mittlerer Länge, bei dem der Weg zwischen Teebox und Grün durch zahlreiche Hügel und Büsche bewacht wird. Die letzte Bahn der Front 9 ist ein gerades, mittellanges Par 4 mit verhältnismäßig engem Fairway.

 

 

Den Auftakt der Back 9 bildet ein langes Par 4, das sich bei Gegenwind fast schon als Par 5 spielt. Das Grün ist leicht nach links versetzt. Weiter geht es mit einem mittellangen Par 3, dessen Grün zur linken Seite durch einen Hügel verteidigt wird. An der 12 wartet das nächste Par 5, dessen Fairway wie eine langgezogene Linkskurve die über 500 Meter zum Grün überwindet. Zum Ausgleich wartet dann die vielleicht beste Birdiemöglichkeit der zweiten Rundenhälfte, das recht gerade Par 4 an Bahn 13 misst nur rund 250 Meter, spielt sich aber je nach Windrichtung deutlich länger oder kürzer. Bahn 14 ist ein vergleichsweise kurzes Par 5 mit gut 420 Metern, das folgende Par 4 ist sogar 2 Meter länger – und je nach Wind hat man manchmal den Eindruck, dass wohl Bahn 14 das Par 4 und die 15 das Par 5 sein sollte. Das letzte Par 3 an der 16 ist mit knapp 180 Metern auch das längste. Nahe der Straße, die Lahinch mit den Cliffs of Moher verbindet, liegt der vorletzte Abschlag zu einem knapp 400 Meter langen Par 4. Auch zum Schluss ist noch einmal ordentliche Länge, aber auch Präzision gefragt. Das Par 5 an der 18 führt vom Tee Richtung Straße, bevor des dann parallel zur Straße zurück zum Ausgangspunkt und dem Clubhaus geht.

 

Lahinch ist ein wunderbarer Links Platz, wie er ursprünglicher kaum sein könnte. Allerdings sollte man seine Schwierigkeit nicht unterschätzen, wie bei allen guten Linksplätzen spielt der Wind hierbei eine große Rolle. Vor allem die Front 9 sind Linksgenuss vom Feinsten und sollten für jeden ambitionierten Golfer Bestandteil einer Golftour entlang des Wild Atlantic Ways sein.

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