Schlossherr/-dame auf Zeit: Golf im Chateau de Chailly, Burgund

Das Golfresort Chateau de Chailly liegt im Osten des Burgunds, rund 50km westlich von Dijon. Das Resort umfasst ein schönes Schlosshotel samt Restaurants sowie einen 18-Loch-Golfplatz samt eigener Akademie und Trainingsmöglichkeiten. Der Par 73-Platz ist je nach Abschlag maximal 6.160 Meter lang. Dominierende Designelemente des sehr schönen Parkland-Courses sind alte Baumbestände und einige, teils große Wasserhindernisse.

 

Der äußerst trockene Sommer 2018 war zum Zeitpunkt unseres Besuchs Ende September 2018 auch an dieser Anlage nicht spurlos vorbeigegangen. Rund um die Grüns und Fairways gab es zahlreiche trockene Stellen. Dennoch: die Spielbahnen waren in hervorragendem Zustand, auch die Grüns ließen keine Wünsche offen. Das Greenkeeping hat somit die wesentlichen Bereiche des Platzes gewässert, erst aus der Luft wird deutlich, wie stark an beispielsweise die Roughbereiche ausgetrocknet waren. Pünktlich zu unserer Runde zeichnete sich jedoch Besserung ab – anders formuliert: es fing erst leicht an zu nieseln und mündete dann in einen so starken Regen, dass nahezu alle Golfer ihre Runde unterbrachen (auch wir...) und erst einmal im Clubhaus die Priorität auf andere französische Produkte – beispielsweise den hervorragenden Wein der Region – legten.

 

Die erste Bahn beginnt unmittelbar vor dem Schloss. Einer Allee gleich ist das mittellange Par 4 eine schöne Auftaktbahn mit leichtem Dogleg rechts. Dafür wartet direkt an Bahn 2 ein anspruchsvolles Par 3 mit bis zu 176 Metern Länge. Der große Teich rechts ist eher ein psychisches Hindernis, doch das erhöhte Grün macht die Bahn vor allem bei Gegenwind sehr anspruchsvoll. Beim folgenden Par 4, erneut ein leichtes Dogleg rechts, verdecken die Bäume vom Tee geschickt das Wasserhindernis rechts zu Beginn der Drivelandezone. Das Grün ist erneut leicht erhöht und wird zudem durch einen großen Bunker links verteidigt. Am ersten Par 5 an Bahn 4 mit maximal 443 Metern können viele Golfer das Grün mit dem zweiten Schlag erreichen. Hier ist fast die Drei-Schlag-Strategie schwieriger, da gut 80 Meter vor dem Grün ein Bach quer über das Fairway läuft. Beim Schlag ins Grün sollte man sich eher nach links orientieren, da die Bunker rechts durch das höher gelegte Grün einen anspruchsvollen Schlag ins Grün erfordern. Bahn 5 ist ein spannendes Dogleg links und bis zu 347 Meter lang. Entweder kürzt man vom Tee über das kleine Biotop und die Bäume links ab oder man hält den Teeshot eher rechts und nimmt einen längeren zweiten Schlag ins Grün in Kauf. Das folgende, längere Par 4 verläuft gerade, allerdings kommt hier wieder Wasser ins Spiel: der quer über das Fairway verlaufende Bach sollte vor allem von Longhittern sowie Golfern beachtet werden, die mit drei Schlägen zum Grün spielen. Das folgende, zweite Par 3 der Front Nine ist maximal 143 Meter lang und bietet – wie viele Bahnen der Anlagen – erneut ein erhöhtes Grün. Zudem umschließen drei mächtige Bunker die Vorderseite des Grüns, zu kurz sollte man daher vom Tee möglichst nicht bleiben. Das lange Par 4 an Bahn 8 (bis zu 393 Meter) verläuft als leichtes Dogleg rechts. Es ist ein Musterbeispiel dafür, dass man das Grün durchaus mittig anspielen sollte: links und rechts lauern deutlich ausgeprägte Grünbunker auf unpräzise gespielte Bälle. Ein weiteres, eher kurzes Par 5 beendet die Front Nine führt zurück Richtung Schloss. Der Teeshot sollte vor allem die zahlreichen Fairwaybunker meiden. Wählt man die linke Fairwayhälfte, ist der Weg ins Grün etwas weiter, dafür kommt der Teich rechts weniger ins Spiel. Hält man sich auf dem Fairway eher rechts, spielt sich das Grün fast wie ein Inselgrün an – all dies vor der grandiosen Kulisse des Chateau de Chailly. 

 

 

Auch die Back Nine beginnen mit einem Par 5, das mit bis zu 471 Metern jedoch einiges länger ausfällt. Zudem ist es als Dogleg rechts ausgelegt und wartet in der zweiten Bahnhälfte mit einem großen Teich rechts sowie einem querlaufenden Bach an der Stelle auf, an der viele Golfer für den Schlag ins Grün vorlegen. Das nun folgende Par 3 mit bis zu 169 Metern Länge ist eine der schönsten Bahnen der gesamten Anlage. Mit spielt von einem erhöhten Abschlag auf ein Grün in Form einer Halbinsel – im Hintergrund dominiert dabei stets das Schloss den Horizont. Vor allem bei Wind von der linken Seite ist diese Bahn äußerst anspruchsvoll und ein Par kein Selbstläufer. An Bahn 12, einem schönen Par 4, wird der Teeshot von den hinteren Abschlägen über einen Bach ausgeführt. Kurz vor dem Fairway verläuft eine Mauer quer zur Spielrichtung. Bleibt der Ball zu kurz oder fliegt er zu niedrig, kann die massive Mauer dem Ball eine unerwartete Richtungsänderung mit auf den Weg geben... Bahn 13 ist ein bis zu 490 Meter langes, aber vergleichsweise einfaches Par 5. Das Fairway ist sehr breit, schwierig wird es kurz vor dem Grün: ein quer verlaufender Bach schluckt unbarmherzig alle zu kurz gelassenen Annäherungen. Dafür gibt es an dieser Bahn keinen einzigen Grünbunker. Das Par 4 an Bahn 14 ist zwar nur maximal 284 Meter kurz, verlangt aber präzises Coursemanagement. Ungefähr zur Hälfte des Fairways teilt ein Bachlauf die Spielbahn in zwei Hälften. Entweder geht man also vom Tee über das Wasserhindernis und hat ein kleines Wedge ins Grün, oder man wählt einen kurzen Schlag vom Tee und nimmt einen längeren zweiten Schlag über den Bachlauf in Kauf. Das Grün ist deutlich erhöht und von einem großen Grünbunker links (samt drei Grüninseln) sowie drei kleineren Bunkern rechts bestens verteidigt. An Bahn 15, einem Par 3, spielt man seinen Abschlag von den hinteren Teeboxen durch ein von zwei großen Bäumen gebildetes Tor – zuviel Draw oder Slice sind daher eher hinderlich. Das Grün wird zu allen Seiten durch große Bunker verteidigt, man sollte daher lieber sicher Mitte Grün spielen und den Rest seinem Putter überlassen. Bahn 16 ist ein bis zu 402 Meter langes Par 4. Der Teeshot sollte eher links platziert werden, um die Fairwaybunker aus dem Spiel zu nehmen. Der Schlag ins Grün sollte nicht zu kurz bleiben, sonst drohen mächtige Bunker zu beiden Seiten. Die folgende Bahn ist zwar nur ein kurzes Par 4, bringt aber gleich zwei Mal Wasser ins Spiel. Der Teeshot über das Wasser sollte kein Problem sein, wenn kein Hook geschlagen wird. Doch auch das auf einer kleinen Anhöhe gelegene Grün wird nochmals durch frontales Wasser und einen großen Grünbunker verteidigt. Auch hier also im Zweifelsfall lieber einen Schläger mehr ins Grün nehmen. Zum Abschluss wartet nochmals ein maximal 425 Meter kurzes Par 5 auf die Spieler.  Wenn man die Fairwaybunker links vermeidet, hat man eine gute Chance, das Grün mit dem zweiten Schlag zu erreichen. Dieser sollte eher rechts angehalten werden, obwohl das Grün nach links versetzt ist. Doch lauert links vor dem Grün Wasser auf zu kurze Bälle, während auf der rechten Seite im ungünstigsten Fall ein Grünbunker getroffen werden kann.

 

Eine Runde auf dem Golfplatz des Chateau de Chailly kombiniert man am besten mit einem Aufenthalt im Schlosshotel. Die sehr schönen und geschmackvoll eingerichteten Zimmer laden dazu ein, Schlossherr und -dame auf Zeit zu werden. Auch die Gastronomie und der Service haben uns sehr gut gefallen – dass die Weinkarte ausgezeichnet war, braucht man in Frankreich fast nicht zu erwähnen.

 

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