TPC Sawgrass – Home of THE PLAYERS

Seit 1982 wird THE PLAYERS auf dem inzwischen schon legendären Stadium Course des TPC Sawgrass ausgetragen. Zahlreiche Golfgrößen wie Jack Nicklaus, Lee Trevino, Fred Couples, Greg Norman, Tiger Woods und 2012 Martin Kaymer haben sich seitdem in die Siegerlisten eingetragen. TPC Sawgrass ist ein Meilenstein in der Geschichte des Golfsports, war er doch der erste TPC-Platz weltweit. TPC steht für Tournament Players Club, nur 34  von über 33.000 Anlagen weltweit dürfen dieses Attribut in ihrem Namen führen. TPC Sawgrass ist auch die Heimat der Tour-Profis, die Zentrale der PGA-Tour hat ihren Sitz direkt nebenan. Da versteht es sich von selbst, dass den Tourprofis eigene Parkplätze und ein eigener Rangebereich zur Verfügung stehen. Und nicht selten trifft man einen der Pros auch auf der Runde. Da verwundert es wenig, dass die Spieler THE PLAYERS als IHR Turnier ansehen – gerne wird es auch als fünftes Major bezeichnet. Markantestes Merkmal des von Pete Dye designten Stadium Courses ist Bahn 17 – ein eher kurzes Par 3 mit einem Inselgrün. Jeder Jahr, so bestätigte der Geschäftsführer der Anlage, Derek Sprague uns gegenüber, werden hier rund 70.000 Bälle im Wasser versenkt. Die Schwierigkeit dieser Bahn liegt in einer Kombination aus Mythos und Wind – denn je stärker der Wind weht, umso kniffliger wird es, das eher kleine Grün zu treffen. Doch der TPC Sawgrass mit dem Stadium Course dient nicht nur den Profis als Spielweise, sondern empfängt Gäste zu einem rundum gelungenen Golferlebnis. Eine Besonderheit: die Anlage präsentiert sich stets in einem „tournament ready“ Modus, so dass man die Bahnen tatsächlich nahezu im gleichen Setup spielen kann wie die Profis.

 

Schon das Clubhaus der Anlage beeindruckt durch seine Mächtigkeit, auch der Pro-Shop fällt selbst für US-amerikanische Verhältnisse riesig aus. Ein schönes Giveaway: vom Starter erhält man ein Bag Tag, das die berühmte 17 Bahn zeigt – und nach der Runde kann man sich gegen Trinkgeld seinen Namen eingravieren lassen. Der Platz gehört für viele Golfer sicherlich in die Kategorie „Once in a lifetime experience“ – denn mit gut 500 USD Greenfee plus Forecaddie oder persönlichem Caddie ist die Runde wahrhaftig, gerade für deutsche Verhältnisse, kein Schnäppchen. Aber das Gesamtpaket aus Platz, Mythos, Erlebnis auf der Runde und perfektem Service sorgen dafür, dass es eine lohnende Investition wird – und bei ordentlichem Score (da reicht oft schon, dass man an Bahn 17 das Grün direkt mit dem ersten Schlag getroffen hat) und die Erinnerung bei Fernsehübertragungen der THE PLAYERS an die eigene Runde wird man noch lange von diesem Erlebnis zehren.

 

Der Platz ist ein typischer Parkland Course. Typisch für Florida kommt immer wieder Wasser ins Spiel, nicht nur an Bahn 17. Typisch für Pete Dye sind die oft welligen Fairways und die teils deutlich ondulierten Grüns. Zudem ist Course Management wichtig, denn für einen gelungenen Annäherungsschlag kommt es oftmals auf die richtige Lage des Balls an – liegt man zu weit links oder rechts, versperren vielfach Bäume den direkten Weg zum Grün. Der Platz bietet den Golfern insgesamt fünf verschiedene Teeboxen zur Auswahl – für die hinteren, THE PLAYERS genannt, sollten sich allerdings nur Profis und Top-Amateure entscheiden, denn mit insgesamt rund 6.625 Metern bei Par 72 spielt sich der Platz von hier sehr anspruchsvoll. Dye hat übrigens bei seinem Design darauf geachtet, dass nie zwei aufeinander folgende Bahnen der gleichen Windrichtung ausgesetzt sind – daher ist vor allem bei stärkerem und böigem Wind jede Bahn eine neue Herausforderung.

Zum Auftakt wartet ein Par 4, das alle Merkmale des Platzes aufzeigt: links und rechts des Fairways dichter Baumbestand, ein Wasserhindernis links und ein Fairway, das sich – statt gerade Linie vom Tee zum Grün zu verlaufen - im letzten Drittel um den großen Fairwaybunker rechts herum windet. Danach wartet direkt das erste, nicht allzu lange Par 5. Das Wasserhindernis rechts sollte hier selbst bei Longhittern nicht ins Spiel kommen. Danach schlängelt sich das Fairway links um ein Wasserhindernis, das zudem durch einen Bunker geschützt wird, Richtung Fairway. Das Grün hängt von hinten nach vorne, man sollte daher die aktuelle Pin-Position beachten. Das erste Par 3 an Bahn 3 ist vergleichsweise leicht spielbar und maximal 162 Meter lang. Wasser-Phobiker werden dennoch mit dem frontalen Wasser hinter dem Tee hadern, auch der große Bunker quer des Grüns wartet stets auf zu kurze Bälle – vor allem bei Gegenwind. Das Grün fällt zudem nach links Richtung Wasser ab. Nun folgt ein eher kurzes Par 4, dessen Grün durch quer verlaufendes Wasser vom Fairway getrennt ist. Bahn 5, ein langes Par 4, bietet vom Tee Wasser zu beiden Seiten des Fairways, zudem ist die Bahn als leichtes Dogleg rechts ausgelegt. Dafür spielt sich das folgende Par 4 deutlich kürzer und bietet eine gute Chance auf Par oder Birdie, wenn der Annäherungsschlag nicht in einem der zahlreichen Grünbunker landet. Es folgt ein weiteres Par 4, dessen Fairway leicht S-förmig Richtung Grün verläuft und mit großen Fairwaybunkern und Wasserhindernissen zu beiden Seiten aufwartet. Das an Bahn 8 folgende Par ist mit bis zu 217 Metern zugleich die schwerste Bahn des Platzes – selbst bei den Profis treffen weniger als 50 Prozent der Spieler das Grün vom Tee. Zudem lauern nicht weniger als 10 Bunker rund um das Grün auf ungenau gespielte Bälle. Mit dem bis zu 533 Meter langen Par 5 an Bahn 9 geht es wieder zurück Richtung Clubhaus. Das Fairway wird ungefähr mittig durch Wasser geteilt – zudem ist die Bahn als Doppel-Dogleg ausgelegt. Daher werden die meisten Golfer den zweiten Schlag über das Wasser vorlegen und dabei möglichst den großen Bunker auf der linken Seite meiden. Mit Blick auf das beeindruckende Clubhaus geht es weiter zu den Back-Nine.

 

Bahn 10, ein Dogleg links, ist ein fairer Auftakt für die zweite Rundenhälfte. Vom Tee sollte man eher rechts anhalten und den riesigen Fairwaybunker links aus dem Spiel nehmen. Dadurch wird der Weg ins Grün zwar etwas länger, aber auch der Winkel deutlich besser. Das folgende Par 5 beginnt relativ leicht – einzig Longhitter laufen Gefahr, den Ball vom Tee in den mit Grüninseln durchsetzten Fairwaybunker links abzulegen. Schwieriger wird da schon der Schlag ins Grün. Möchte man dieses mit dem zweiten Schlag anspielen, führt der Weg unweigerlich über Wasser – bei einer Drei-Schlag-Strategie kann man das Wasser aus dem Spiel nehmen und die linke Fairwayseite anspielen. Doch auch dann ist der Schlag ins Grün spannend: rechts des Grüns lauern ein großer, langer Bunker und dahinter Wasser, auf der linken Seite warten Gras-besetzte Topfbunker und ein onduliertes Vorgrün. Da tröstet es wenig, dass die Bahn bei den Profis die drittleichteste Bahn ist und 2018 einen durchschnittlichen Score von 4,6 Schlägen aufwies. Auch das folgende, maximal 328 Meter kurze Par 4 zählt zu den leichteren Bahnen. Voraussetzung für einen guten Score ist, dass man seinen Teeshot rechts auf dem Fairway platziert – vom langen Fairwaybunker links aus ist der Schlag ins Grün deutlich anspruchsvoller. Das mittellange Par 3 an Bahn 13 gibt einen ersten Vorgeschmack auf die 17: je nach Fahnenposition geht der Teeshot weitgehend oder komplett über das Wasser, das auch die linke Grünseite abdeckt. Vor dem Grün lauert zudem ein langgezogener Bunker auf die Bälle. Das lange Par 4 an der folgenden Bahn sieht vom Tee aus deutlich schmaler aus als es tatsächlich ist, denn in der Drivelandezone weitet sich das Fairway deutlich. Mit bis zu 430 Metern ist das folgende Par 4 ein echtes „Brett“: vom Tee geht es über ein Wasserhindernis, am besten hält man seinen Ball links an und nimmt so den mächtigen Fairwaybunker rechts aus dem Spiel. Danach knickt die Bahn nach rechts, der Fairwaybunker wechselt auf die linke Seite. Das Par 5 an Bahn 16 ist die zweit-leichteste Bahn der Anlage. In Höhe der Drivelandezone knickt das Fairway nach links, ab hier beginnt auch das Wasserhindernis rechts der Spielbahn, das auch die Bühne für Bahn 17 bereitet. Links vor dem Grün lauert ein Fairwaybunker samt Baum – daher sollte man das Grün zwar wegen des Wassers nicht zuweit rechts anspielen, aber zu weit nach links ist auch keine empfehlenswerte Option. Nun geht man vom Grün in weitem Bogen zum Höhepunkt der Anlage: dem wohl berühmtesten und meist-kopierten Par 3 an Bahn 17, der viertschwersten Bahn auf der Runde. Die Herausforderung liegt weniger in der Länge der Bahn – vom THE PLAYERS-Abschlag misst sie gerade einmal 125 Meter, also Wedge-Entfernung – als im eher kleinen, zu beiden Seiten Richtung Wasser abfallenden Grün mit seinem Bunker am Grünanfang. Hier das Grün vom Tee zu treffen, dürfte wohl zu den schönsten Erlebnissen eines Golfers zählen! Doch auch die Schlussbahn ist nicht zu unterschätzen und sogar die zweitschwerste Bahn auf der Runde. Das lange, bis zu 423 Meter lange Par 4 windet sich in einem lang gezogenen Linksbogen Richtung Fairway. Daher sollte man den Abschlag möglichst mittig oder leicht rechts anhalten (was die Bahn jedoch nochmals verlängert). Auch der Schlag ins Grün will gut platziert sein, denn links lauert Wasser, rechts vor dem Grün hingegen Bunker und tiefes, welliges Rough. Hat man auch diese Hürde genommen, darf man seine Runde im wunderschönen Clubhaus nochmals Revue passieren lassen oder sich im Pro-Shop für den Score belohnen.

 

Der TPC Sawgrass ist ein fantastisches Golferlebnis – und wenn man die richtige Teebox wählt, bereitet er – wie fast alle Pete Dye-Plätze – auch dem Amateur viel Freude. Und die Möglichkeit, Grüns auf Tourniveau und Tourgeschwindigkeit zu spielen oder seinen Ball aus bis zu 10 cm hohem Rough zu spielen, sind Herausforderung pur und sollten in keinem Golfer-Lebenslauf fehlen.

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