Tiburón Golf Club, Naples: Gold Course

Perfektes Troon Golf-Erlebnis im Zeichen des Sharks

Auch die Westküste Floridas bietet ausgezeichnete Golfanlagen und Resorts. In der Region Naples lockt der Tiburón Golf Club im Ritz-Carlton Golf Resort. Schon das Logo des Clubs, der seit Ende 2016 vom Weltmarktführer Troon Golf gemanagt wird, macht deutlich: hier spielt Greg Norman, The Shark, eine wichtige Rolle! Norman, einer der erfolgreichsten Golfer, hat sowohl den Black als auch den Gold Course designt. Entsprechend groß ist auch das Renommee dieser Anlage: als eine der ganz wenigen Anlagen in den USA finden hier sowohl Turniere der Damen als auch der Herren-Profitour statt. Bei den Herren ist es das PGA Tour's Franklin Templeton Shootout, bei den Damen die LPGA CME Group Tour Championship.

Beide 18-Loch-Championship Plätze bieten Golf vom Feinsten und sind, getreu Normans Philosophie, sorgfältig in die Landschaft eingebettet worden. 2016 wurde der Gold Course von Norman nochmals überarbeitet – wobei das deutsche Wort hier fast zu schwach ist, das englische „remastered“ trifft es deutlich besser. Denn durch die zahlreichen Umbauten hat der Platz nochmals an Attraktivität gewonnen und gehört – auch nach Einschätzung der Profis, die ihn dieses Jahr erstmals gespielt haben – mit zum Besten, was Golf in Florida und den gesamten USA zu bieten hat. In 2017 soll auch der Black Course neu gestaltet werden, so dass das gesamte Resort damit weiter an Anspruch und Qualität gewinnen wird. Die Anlage ist auch für Gäste zugänglich, das Greenfee für eine Runde auf dem Gold Course liegt je nach Tageszeit zwischen 130 und 245 USD pro Spieler.

 

Auch der Gold Course wird mit Fore Caddy gespielt – und unser Caddy Greg entpuppte sich nicht nur als fantastischer Caddy, sondern auch als echter Snowbird. Im Winter ist er im Tiburón Golf Club aktiv, im Sommer in seiner Heimat Philadelphia. Mit seiner Erfahrung, aber auch mit seiner Art hat Greg entscheidend zu unserem Golferlebnis beigetragen – und durch sein sehr geschultes Auge auch die Spielzeit spürbar verkürzt. Denn das Wetter hielt eine kleine Überraschung für uns bereit: zwar war das Wetter heiter bis wolkig, es wehte jedoch ein kräftiger Wind, der einen eher an Schottland erinnerte als an Florida. Und so war je nach Wind- und Schlagrichtung schon mal eine komplett andere Schlägerwahl erforderlich als man es auf einer Runde im klassischen Sunny Florida erwartet hätte.

 

Der Gold Course beginnt direkt mit einem Par 5 – je nach dem, für welche Teebox man sich entscheidet, ist es zwischen rund 360 und gut 520 Metern lang. Der gesamte Platz spielt sich in seinem neuen Design zwischen 4.700 und 6.664 Metern und ist damit für Golfer alles Spielstärken geeignet. Der ideale Drive ist leicht rechts angehalten – denn in direkter Verlängerung lauert ein großes Wasserhindernis, um das sich das Fairway zum Grün hin windet. Weiter geht es über eine Holzbrücke zum zweiten Abschlag, ein Par 4 Dogleg links. Bahn 3 ist ein langes, gerades Par 4 mit bis zu 418 Metern. Links lauern nicht nur zahlreiche Villen auf die verzogenen Drives, sondern ab der Drivelandezone bis zum Grün eine durchgehende Waste Area. Zudem ist das Grün leicht erhöht – alles Zutaten, welche diese Spielbahn bei Gegenwind zum gefühlten Par 5 werden lassen. Bahn 4, ein weiteres Par 4 Doglet nach links, kombiniert so ziemlich alle Eigenschaften, die für Golf in Florida stehen: über die gesamte linke Seite zieht sich ein See, dazu ist die rechte Fairwayseite mit zahlreichen Bunkern und einer weiteren Waste Area geschützt. Dennoch: die Drivelandezone wird vom Tee optisch kleiner als sie tatsächlich ist, eine schöne Bahn mit Chance zum Par.

 

Das erste Par 3 an Bahn 5 ist extrem anspruchsvoll, vor allem bei Gegenwind. Aber selbst bei Rückenwind ist die Wahl des richtigen Schlägers alles andere als einfach. Von den hinteren Teeboxen geht es über weite Teile über Wasser, nur die vorderen Abschläge nehmen das Wasser aus dem Spiel. Das Grün wird zu beiden Seiten durch große Bunker und Waste Areas verteidigt. Long and straight ist das Motto an Bahn 6, einem Par 5 mit bis zu 541 Metern und recht schmalem Fairway. Auch die zahlreichen Bunker entlang des Fairways und rund ums Grün machen diese Bahn alles andere als leicht. Das ist das folgende Dogleg links, ein eher kurzes Par 4, schon eine kleine Erholung, aber für den gesamten Platz gilt: an jeder Bahn ist entweder Länge oder Präzision gefragt – oder beides... Das zweite Par 3 an Bahn 8 ist ebenfalls eher kurz, aber ausgiebige Waste Areas, Bunker und Wasser links sind ein Tester für die Genauigkeit – hier sollte man sich nicht zu sehr von der Fahnenposition verleiten lassen und lieber sicher die Grünmitte anspielen. Bahn, bis zu 407 Meter lang, beendet die Front Nine mit tollen Blicken auf das Clubhaus und das Ritz-Carlton Hotel. Man sollte sich jedoch vor allem am Abschlag erst einmal auf die Spielbahn konzentrieren, denn diese wurde – einem Catwalk gleich – in einen See eingebaut. Zudem lauert rechts des Fairways ein großer Bunker auf die Teeshots. Das große Grün bietet viele Fahnenpositionen, je nach Pinposition darf es schon mal ein Schläger mehr oder weniger ins Grün sein.

 

Auch die zweiten Neun beginnen nicht minder schön – aber auch nicht minder anspruchsvoll. Zwar nur maximal 340 Meter lang wartet erneut Wasser zu beiden Seiten des Fairways und auch Bunker und Waste Areas lauern erbarmungslos auf alle ungenauen Schläge. Auch am folgenden Par 4 auf Bahn 11 ist der Abschlag wichtig. Das Fairway öffnet sich spürbar von den Teeboxen weg, aber zu beiden Seiten lauern schwierige Fairwaybunker. Auch der Schlag ins Grün ist nicht zu unterschätzen, gibt es nicht nur große Grünbunker, sondern rechts des Grüns kommt erneut Wasser ins Spiel. Wasser und Sand sind auch die Kernherausforderungen am folgenden ersten Par 3 der zweiten Rundenhälfte. Auch hier gilt: lieber sicher Richtung Grünmitte spielen, denn nach dem Wasser gibt es eine schmale Rasengasse zum Grün, während links und rechts große Bunker platziert wurden. Bahn 13 ist Kopfsache – vom Tee geht es bei diesem kurzen Par 4 (maximal 338 Meter, Dogleg rechts) zunächst einmal carry über das Wasser Richtung Fairway. Man sollte sich hier nicht zu sehr vom direkten Weg zum Grün verleiten lassen, sonst droht eine große Waste Area rechts. Besser ist es, den Ball etwas Links von der Fahne Mitte Fairway zu spielen.

 

Wer nun glaubt, der Platz hätte bereits seine Zähne gezeigt, darf sich auf spannende Schlussbahnen freuen, die hohe Ansprüche an das Course Management stellen. Bereits Bahn 14, ein langes Par 5 mit bis zu 528 Metern und fast 90 Grad Dogleg rechts, erfordert eine gute Strategie. In den Knick hinein wird die Bahn deutlich schmaler, zudem lauern rechts – also auf der kürzeren Seite – Bunker und Waste Areas. Kein Wunder, dass diese Bahn als zweitschwerste des Platzes gilt. Das folgende Par 4 ist etwas einfacher vom Tee (sofern nicht gerade einen der beiden Fairwaybunker erwischt), aber der Schlag ins Grün, das leicht nach links versetzt ist und stark durch Sandelemente geschützt wird, will präzise ausgeführt sein. In jedem Fall sollte man den tiefen Grünbunker links meiden. Das letzte Par 3 ist wunderschön in die Landschaft eingebettet. Der Abschlag wird erneut über Wasser gespielt, das Grün wirkt, als ob es in den angrenzenden Wald eingebettet wurde. Auch hier sollte man jedoch die tiefen Grünbunker meiden. Das letzte Par 5 an Bahn 17 ist vergleichsweise kurz, je nach Abschlag spielt es sich zwischen 400 und knapp 490 Metern. Der Bahnverlauf ist leicht S-förmig angelegt, sowohl die Drivelandezone als auch die Lay-up-Zone werden durch Bunker schmal gehalten – und das leicht erhöhte Grün sorgt dafür, dass die Grünbunker erneut hohe Kanten Richtung Grün aufweisen.

 

Bahn 18 gehört wohl mit zu den schönsten Schlussbahnen der jährlichen PGA-Tour-Saison. Vom hinteren Abschlag geht es erst einmal carry über das Wasser Richtung Fairway – und Wasser begleitet den Spieler auch dieser Bahn von der Teebox bis hinter das Grün. Je weiter man einen vorderen Abschlag wählt, um so mehr ist der Abschlag vom Wasser entfernt. Ein Bunker auf der rechten Fairwayseite wartet trotzdem auf viele Bälle, gleich welcher Abschlag gewählt wurde. Das Grün ist leicht als Dogleg nach links gesetzt. Erneut schützen große, blendend weiße und tiefe Grünbunker den Weg des Balls ins Loch – hier ist es sicherlich einfacher, den Ball hoch ins Grün zu spielen. Und wie schon an Bahn 9 bieten sich wieder tolle Ausblicke zum Clubhaus und zum Resort-Hotel.

 

 

Eine Runde auf dem Gold Course zählt sicherlich derzeit zu den anspruchsvollsten Runden, die Golf-Florida bietet. Greg Norman ist es gelungen, die Qualität der Anlage mit seinem Redesign nochmals zu steigern und trotzdem eine Anlage zu bieten, die für Golfer unterschiedlichster Spielstärken nutzbar ist. Neben der sehr gelungenen Einbindung in die Umgebung ist vor allem der Anspruch an das individuelle Course Management hervorzuheben. Hier ist jeder Spieler gefordert, eine seinem Spiel angemessene Strategie pro Bahn zu entwickeln. Unbedingt empfehlenswert sind auch ein Besuch im sehr gut sortierten Proshop mit sehr kompetentem und freundlichem Personal und natürlich nach der Runde ein Absacker und Snack in Sydney’s Pub. Wir freuen uns schon heute auf das Remastering des Black Courses und die weitere Entwicklung dieses Top-Resorts!

 

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