The King & Bear

Der einzige von Arnold Palmer und Jack Nicklaus co-designte Platz der Welt!

 

Wer der World Golf Hall of Fame einen Besuch abstattet, sollte nicht nur das ausgezeichnete Museum besuchen, sondern auch Zeit für 1-2 Golfrunden einplanen. Zum World Golf Village, einem riesigen Areal, auf dessen Gelände sich auch die World Golf Hall of Fame befindet, zählen auch zwei 18-Loch-Plätze: der direkt rund um die Hall of Fame gelegene Slammer & Squire sowie der rund 15 Autominuten entfernte King & Bear. Beide Plätze bieten Golf vom Feinsten – da unsere Zeit bei diesem Besuch jedoch leider sehr knapp war, entschieden wir uns für The King & Bear: den einzigen Platz, den Arnold Palmer (The King) und Jack Nicklaus (The Bear) co-designt haben. Wer jedoch die Zeit aufbringen kann, sollte mindestens 2, besser 3 Tage für das World Golf Village einplanen: einen für das Museum und die vielen interaktiven Attraktionen sowie je einen weiteren Tag für die beiden tollen Golfplätze. Für die Übernachtung empfehlen wir das direkt neben der Hall of Fame gelegene Renaissance Hotel. Hier wird sehr hoher Standard geboten, die Zimmer sind sehr geräumig und bieten tolle Blicke auf die gesamte Anlage. Und für Gäste des Hotels wird zum King & Bear auch ein Shuttle-Service angeboten, was den Aufenthalt nochmals einfacher gestaltet.

 

Zum Zeitpunkt unseres Besuchs (Januar 2017) wurden auf den Back Nine gerade die Bunker renoviert – Hurrikan Matthew zog im Herbst 2106 auch über St. Augustine und hat einigen Schaden auf der Anlage hinterlassen. Dennoch: das einzige Co-Design zweier der größten Golfer aller Zeiten spielen zu können, ist einfach ein Must-Play  - und wir wurden definitiv nicht enttäuscht.

 

Die Parkland-Anlage mit den in Florida üblichen zahlreichen Wasserhindernissen wurde von ihren Designern im November 2000 offiziell eingeweiht. Die spielt sich je nach Tee zwischen rund 4.600 Metern von den vordersten und rund 6.500 Metern von den hinteren Abschlägen. Die runde beginnt mit einem Par 4, Dogleg rechts. Und gleich zu Beginn erkennt man die wesentlichen Designelemente dieses tollen Platzes: leicht erhöhte Abschläge, oft leicht ansteigende Grüns, viel Wasser und immer wieder große Bunker mit nahezu strahlend weißem Sand. So auch an Bahn 2, einem weiteren Par 4: hier heißt es vom Tee mutig über das Wasserhindernis – ist dies erst einmal geschafft, sollte man das Grün eher rechts anspielen und so die tiefen Grünbunker links des Grüns aus dem Spiel nehmen. Das erste Par 3 auf der nächsten Spielbahn erfordert ordentlich Länge, spielt es sich doch selbst vom vordersten Abschlag rund 150 Meter, von der hinteren Teebox sind es gar rund 200 Meter. Natürlich wird das Grün wieder zu beiden Seiten durch große Bunker verteidigt. Bahn 4, ein eher kürzeres Par 4, verlangt vor allem einen präzisen Teeshot. Carry über das Wasser zieht sich das Wasserhindernis anschließend entlang des linken Fairways, rechts des Fairways lauern zahlreiche Bunker auf die Abschläge. Dennoch: bei präzisem Spiel bietet diese Bahn eine sehr gute Chance auf Par oder Birdie. Weiter geht es mit dem ersten, bis zu rund 490 Meter langen Par 5. Hier zieht sich fast über die gesamte Spielbahn rechts ein Wasserhindernis und das Grün ragt zur Hälfte ins Wasser. Bahn 6 ist ein weiteres, mittellanges Par 3. Je nach Fahnenposition gilt es, nicht entlang des Fairways zu zielen, sondern mutig nach rechts Richtung Wasserhindernis – ein echter Tester für die Ausrichtung. An der 7 wartet das mit bis zu rund 520 Metern längste Par 5 des Platzes. Links des Fairways lauert Wasser auf gepullte Drives – dennoch ist die Bahn sehr gut spielbar. An der 8 und der 9 warten zwei weitere, über 400 Meter lange Par 4s auf den Golfer. Bahn 8 hat im Vergleich wenig Wasser ins Spiel, während an der Schlussbahn der Front Nine nicht nur Wasser rechts lauert, sondern die Drivelandezone auch recht schmal ausgeprägt ist.

 

Weiter geht es auf den zweiten 9 – sie spielen sich insgesamt etwas kürzer als die Front Nine, machen aber nicht weniger Spaß. Das Wasser auf Bahn 10, einem Par 4, zieht die Abschläge geradezu magisch an – und das nach links hängende Fairway fördert dies zusätzlich. An der 11 wartet das erste Par 3 des zweiten Teils auf die Spieler. Es ist recht kurz (maximal knapp 150 Meter vom hinteren Abschlag), jedoch reicht das Wasser bis kurz vors Grün. Weiter geht es mit einem mittellangen Par 4 sowie einem ordentlichen Par 5, bei dem der Abschlag schön aus der Spielrichtung nach rechts versetzt wurde. An Bahn 14 kann man beim zweiten Par 3 der Back Nine nochmals kurz Luft holen – wie entspannt sich das Loch spielt, hängt vom gewählten Abschlag und der Fahnenposition ab. Sie entscheidet, ob man carry über Wasser und Grünbunker spielen muss oder links beide Hindernisse aus dem Spiel nehmen kann.

 

Das folgende Par 4 an der 15 wählte Arnold Palmer einst in seine „Dream 18“ anlässlich des Ryder Cups 2006. Mit weniger als 340 Metern ist die Spielbahn selbst von den hinteren Abschlägen für Spieler aller Längen gut lösbar, die Herausforderung liegt jedoch in der Biegung der Bahn entlang des Wassers und vor allem im in das Wasser hinein gebauten Grün – wer hier mit Par vom Grün geht, darf mit sich mehr als zufrieden sein. Weiter geht es mit zwei weiteren, längeren Par 4s, bevor der Platz an der Schlussbahn mit einem Par 5 nochmals alles golferische Können einfordert. Mutige kürzen hier links über die Bäume und die Waste Area aufs Grün, der Rest sollte lieber sicher außen herum das Grün anspielen.

 

Nach der Runde lädt das Clubhaus im Blockhaus-Stil zu einem Drink ein. Fast schon Pflichtgetränk ist bei diesem Platz natürlich ein Arnold Palmer  - oder man besucht nochmals den ausgezeichnet sortierten Proshop unter dem Motto „Shop til you drop“. Anschließend bringt der Shuttle Service des Hotels die Golfer wieder bequem ins Hotel zurück – eine Traumrunde auf einer Anlage, die den Charakter beider Architekten bestens wiederspiegelt. The King & The Bear haben hier ein tolles Beispiel für ihre Platzdesign-Fähigkeiten geliefert – schade, dass es nicht mehr gemeinsame Anlagen beider Golfgrößen gibt.

 

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