Stopover in Island

Bezaubernde Winterlandschaften, Geysire und Wasserfälle

 

Für die Fluganreise nach Florida gibt es von allen größeren deutschen Flughäfen ein vielfältiges Angebot. Für alle abenteuerlustigen und naturliebhabenden Reisenden empfehlen wir, bei einer Florida-Reise einmal die Variante über Island auszuprobieren. Island im Winter? Ja, Island im Winter! Natürlich bereisen noch mehr Urlauber im Sommer die aktuelle Trenddestination – vor allem zur Zeit der Mitternachtssonne. Und für Golfer nicht minder interessant: der Inselstaat bietet inzwischen mehr als 70 Golfplätze, auf denen man zwischen Ende Mai und Ende August quasi rund um die Uhr abschlagen kann.

 

Island im Winter ist jedoch ein ganz besonderer Reiz. Dann zeigt sich die Landschaft in weiten Teilen in Schnee und Eis gehüllt, was den zahlreichen Attraktionen ein ganz eigenes Flair verleiht. Am einfachsten lässt sich Island mit Icelandair realisieren. Die Fluggesellschaft bietet Flüge von Frankfurt und München an und zählt meist zu den günstigsten Anbietern auf dem Weg in die USA. In Florida steuert das Unternehmen derzeit Orlando an, ab 2017 ist auch eine Verbindung nach Tampa geplant. Für alle Strecken gilt: das erste Teilstück geht stets nach Island, dort wird dann in die Maschine zum endgültigen Zielort umgestiegen. Und Icelandair-Kunden können auf Hin- und Rückflug bis zu sieben Tagen Stopover in Island ohne Aufpreis einplanen – ein Angebot, das man auf zumindest einer Teilstrecke unbedingt nutzen sollte.

 

Aufgrund der Flugzeiten entschieden wir uns dafür, auf dem Rückweg einen Stopover einzubauen. Unsere Maschine aus Orlando landete morgens vor 6 Uhr – und damit weit vor Sonnenaufgang kurz vor halb 11 Uhr morgens! Wer wie wir nur eine Nacht bleibt, sollte sich entweder ein Hotel in der Hauptstadt Rejkjavik aussuchen oder direkt in der Nähe des Flughafens Keflavik Quartier beziehen. Und beim Mietwagen gibt es ebenfalls eine klare Empfehlung: ein SUV mit Allrad, das gilt sommers wie winters nicht zuletzt aufgrund zahlreicher kleinerer Straßen, die im Sommer eher Schotterpisten gleichen und im Winter dick mit Schnee und Eis bedeckt sind. Für einen 24-Stunden-Stopover auf Island gibt es mehrere Möglichkeiten: man kann entweder gemütlich die Hauptstadt Rejkjavik erkunden, genießt die heißen Thermalquellen der Blauen Lagune oder besucht einige der schönsten Naturlandschaften des Inselstaates.

 

Wir entschieden uns als „Island-Neulinge“ für den Golden Circle. Die rund 300 km lange Tour durch den Südwesten und Süden erfordert eine reine Fahrzeit von rund 5 Stunden, ist also inklusive Sightseeing-Stops an einem Tag gut zu bewältigen. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass es bereits gegen 17 Uhr Nachmittags wieder dunkel wird. Schon wenige Kilometer hinter der Hauptstadt Rejkjavik wandelte sich das Landschaftsbild. Nun zeigte sich die unberührte, schier endlose Natur Islands – und dies ganz winterlich in Schnee und Eis gehüllt. 

 

Unser erster Stop war die alte Thing-Stätte Þingvellir. Diese alte Kultstätte ist gleichzeitig von großer geologischer Bedeutung und heute ein Nationalpark. Schon um die erste Jahrtausendwende wurden an dieser Stätte Ratsversammlungen abgehalten, die sowohl gesetzesgebende als auch richterliche Bedeutung hatten. Am 17. Juni 1944 wurde hier auch der Staat Island ausgerufen. Aber mindestens genauso bedeutsam ist der geologische Hintergrund dieses Ortes, liegt er doch inmitten einer Grabenbruchzone und ist von nicht weniger als vier Vulkangebieten umgeben. Hier sieht man deutlich das Auseinanderdriften der amerikanischen und eurasischen Platten, es haben sich imposante Felsspalten und Risse gebildet. Geologisch ist dieser Ort damit die Stelle, an der Europa und Amerika aufeinandertreffen – und mit nur einem großen Schritt und ganz ohne Visum oder Visa Waiver kann man hier von einem Kontinent zum anderen schreiten.

 

 

Weiter geht es zum Geothermalgebiet Haukadalur, der Heimat der Geysire. Der Große Geysir ist Namensgeber für alle geothermalen Quellen, die sich von Zeit zu Zeit als Fontäne über die Landschaft ergießen. Heute bricht er jedoch nur noch sehr selten aus – die früher übliche Methode, ihn mit Schmierseife zum Ausbruch zu bringen, wurde aus Umweltschutzgründen wieder eingestellt. Sehr verlässlich hingegen ist sein Nachbar Strokkur, der ungefähr alle 10 Minuten ausbricht und eine Höhe von bis zu 35 Metern erreichen kann.

 

 

Dritte Station unserer Tour ist der Wasserfall Gullfoss. Vom Parkplatz aus ist er zunächst nur zu hören, erst nach einem kurzen Fußmarsch sieht man ihn auch in zwei Stufen hinabstürzen. Seit 1979 steht er unter Naturschutz. Bei Sonnenschein zeigt sich vor allem Nachmittags am Wasserfall oft ein herrlicher Regenbogen, der dem ganzen Ort eine geradezu magische Stimmung verleiht.

 

 

Auf dem Rückweg vom Golden Circle verließen wir die klassische Route und fuhren bis an die Küste im Süden der Insel. Hier wird die die Vulkanlandschaft deutlich, es gibt viele Strände, die mit schwarzem Sand einen interessanten Kontrast zu Schnee und Eis bilden. Und was kann einen Tag auf Island besser abrunden als ein perfektes Dinner. Wir wählten das zum Northern Lights Inn gehörende Max’s Restaurant nahe der Blauen Lagune. Hier bekommt man authentische isländische Gerichte perfekt zubereitet. Nach einem geräucherten Lachs aus dem Norden gibt es weiter mit Kaisergranat, gerne auch „Isländischer Hummer“ genannt. Und zum Abschluß durfte ein mit Skyr zubereiteter Kuchen natürlich nicht fehlen – ein herrlicher Genuss, abgerundet durch ein Glas Flóki, den isländischen Whisky.

 

Danach ging es zurück in unser Hotel nach Rejkjavik und am nächsten Morgen mit Icelandair wieder nach Hause nach Frankfurt.

 

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