Kennedy Space Center (Cape Canaveral)

Florida bietet nicht nur Golf, sondern auch unzählige weitere Attraktionen. Vor allem für die Generationen, welche die erste Mondlandung miterlebt haben, aber auch für alle Technik-interessierten jüngeren Besucher ist ein Ausflug zum Kennedy Space Center nahezu Titusville lohnend. Hier wird – perfekt inszeniert bis ins Detail – die Geschichte der US-amerikanischen Raumfahrt von den ersten unbemannten Raketenstarts über die Mondlandung bis hin zum Shuttle-Zeitalter dokumentiert und erlebbar gemacht. Dabei fällt vor allem auf, dass KSC nicht einfach ein Museum mit Raumfahrt-Ausstellungsstücken ist, sondern dass die verschiedenen Ausstellungsbereiche auch die Geschichten dahinter aufzeigen und unter Verwendung multimedialer Technik ihren Besuchern näherbringt.

 

Im Rocket Garden werden die ersten Raketen des US-amerikanischen Raumfahrtprogramms gezeigt – und man ist überrascht, wie verhältnismäßig klein doch Mercury und Gemini waren. Weitere Ausstellungen auf dem Hauptgelände sind den Opfern der bemannten Raumfahrt gewidmet, aber auch künftigen Programmen wie einem Flug zum Mars. Auch die Möglichkeit, einen echten Astronauten zu treffen, wird mehrmals täglich geboten. Ferner zählt ein IMAX-Kino zum Angebot des KSC.

 

Wer die Geschichte der Mondlandung näher erleben möchte, nimmt am besten an einer der alle 10 Minuten startenden Bustouren teil. Sie führt vorbei an den Startrampen, die inzwischen nicht mehr nur von der NASA, sondern auch von privaten Raumfahrtunternehmen genutzt werden. So wartete bei unserem Besuch Ende Januar 2018 gerade die erste Heavy Falcon von Space X – an Bord immerhin ein Tesla aus dem Privatbesitz von Elon Musk – auf ihren Start. Zur Vorbereitung auf das künftige Orion-Raumfahrtprogramm laufen derzeit umfangreiche Umbauarbeiten an den Startrampen. Auch das Vehicle Assembly Building, in dem einst auch die Apollo-Raketen zusammengebaut und von dort zur Startrampe gebracht wurden, zählt zur Tour. Höhepunkt ist aber zweifellos die eigens für das „Race to the Moon“ gebaute Ausstellungshalle. Hier erlebt man aus der Perspektive eines damaligen Besuchers noch einmal einen Start einer Apollo-Rakete im Mission Control Center. Danach kann man die bisher größte je eingesetzte Rakete der Welt, die Saturn V, besichtigen. Es ist beeindruckend, wie lange man benötigt, um diese Rakete einmal zu Fuss zu umrunden. Weitere Exponate umfassen das Mondlandemodul, das Mondauto, Raumanzüge und nicht zuletzt Mondgestein, das man sogar anfassen kann (und erstaunlicherweise fühlt sich Mondgestein an wie: Stein!). 

 

Ein weiterer Höhepunkt eines Besuchs ist die neue Ausstellungshalle zu Ehren des Shuttle-Programms. Nach sehr informativen Einführungsfilmen öffnen sich die Türen der eigens gebauten Ausstellungshalle und man kommt dem Shuttle Atlantis bis auf wenige Meter, teils sogar Zentimeter, nahe. Weitere Exponate zeigen das Innere des Shuttles.

 

Das Kennedy Space Center schafft es in einzigartiger Weise, Lust auf Weltraum und Raumfahrt zu machen – und anstelle der Frage, was dies alles kostet, sich mehr mit den Möglichkeiten und technischen Herausforderungen der Raumfahrt zu befassen. Was liegt da näher, als bei der Rückfahrt das Autoradio bei „Ground Control to Major Tom“ von David Bowie lauthals zu unterstützen...

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