Al Hamra Golf Club (Ras Al Khaimah)

Der Al Hamra Golf Club liegt in Ras Al Khaimah – einem der kleineren Emirate, das sich nun verstärkt um seine touristische Vermarktung bemüht und aus dem Schatten des schier übermächtigen Nachbarn Dubai heraustreten möchte. Derzeit bietet das Emirat zwei 18-Loch-Plätze: den Tower Links Course und den Al Hamra Golf Club. Letzterer zählt seit Ende 2017 zum Portfolio der internationalen Division von Troon Golf und war 2018 Austragungsort des Finalturniers der Challenge Tour. Mit fünf Abschlägen pro Bahn ermöglicht der Club für nahezu alle Golfer eine der jeweiligen Spielstärke angepasste Tee-Wahl. Wem es – vor allem im Sommer – tagsüber zu heiss ist, kann alternativ abends unter Flutlicht insgesamt neun Bahnen der Anlage spielen.

 

Die Runde des Par 72-Platzes mit einer Gesamtlänge zwischen rund 5.300 und knapp 6.700 Metern beginnt mit einem kurzen Par 4, dessen Grün leicht nach links versetzt ist. Links lauert auch ausgiebige Waste Area, so dass man besser über die rechte Seite spielt. Auch beim folgenden Par 4, einem leichten Dogleg rechts, kommt über fast die gesamte rechte Seite Waste Area ins Spiel – vorher ist dort Wasser. Das nun folgende, bis zu 526 Meter lange Par 5 ist ein erstes Highlight der Runde. Die Bahn knickt einmal im Bereich der Drivelandezone nach rechts, ein zweites Mal kurz vor dem Grün. Über die gesamte rechte Seite verläuft Wasser, zudem wird das Fairway vor dem Grün sehr, sehr schmal. Den vielleicht schönsten Blick hat man nach dem Putt, wenn man vom Grün Richtung Abschlag schaut und sich das Al Hamra Village im Wasser spiegelt. Das folgende Par 3 ist eher kurz gehalten und gilt als einfachste Bahn, sofern man weder das Wasser links noch den großen Grünbunker rechts erwischt. Das folgende, kurze Par 4 ist ein leichtes Dogleg rechts, hier sollten zwei saubere Eisenschläge zum Grün reichen – eine gute Par-Chance für die meisten Golfer wartet. Bahn 6 spielt sich da deutlich anspruchsvoller: in direkter Linie vom Tee zum Grün lauert ein mächtiger Fairwaybunker in der Drivelandezone, zudem ist die Bahn mit bis zu 405 Metern nicht zu unterschätzen. Die Häuser rechts der Spielbahn trennt eine Waste Area vom Fairway, auch rechts des Fairways gibt es reichlich Sand. Das Par 3 an Bahn 7 fällt nicht sehr lange aus, erfordert jedoch einen präzisen Abschlag, da das Grün fast komplett durch zwei mächtige Bunker geschützt wird. An Bahn 8 kommt es auf Länge und gerade Schläge an – dann ist das bis zu 555 Meter lange Par 5 gut spielbar, denn erst rund 100 Meter vor dem Grün setzen Bunker ein. Natürlich gibt es auch hier Waste Areas zu beiden Seiten des Fairways. Das bis zu 437 Meter lange Par 4 an der letzten Spielbahn der Front Nine ist eine echte Herausforderung, vor allem bei Gegenwind. Gut platzierte Fairwaybunker und Einbuchtungen im Fairway zu beiden Seiten ermöglichen denjenigen gute Scores, die auf der Spielbahn bleiben.

Die zweite Hälfte der Runde beginnt direkt mit der schwierigsten Bahn der Anlage, einem bis zu 416 Meter langen Par4. Bis kurz vor dem Grün lauert Wasser links, denn trennt das Wasser das Grün vom Fairway und verteidigt es, zusammen mit einigen Grünbunkern, auf der rechten Seite. Das folgende Par 3 spielt sich fast wie eine Kurzfassung der vorherigen Bahn: vom Tee geht es über Wasser auf das zudem vorne und links durch Bunker bestens verteidigte Grün – ein Gefühl wie bei einem Inselgrün. Wer nun glaubt, die Schwierigkeiten ließen nach, sieht sich an Bahn 12 mit dem drittschwersten Loch konfrontiert. Stolze 444 Meter misst dieses Par 4 maximal, zudem kann man vom Tee nicht gerade Richtung Grün spielen, denn dort verläuft Wasser – eine Bahn, die eher Fade-Spieler vom Tee begünstigt, sonst liegt der Ball schnell in der großen Waste Area links. Das kurze Par 4 an der Folgebahn wirkt das fast wie eine Erholung – sofern man vom Tee nicht den großen Bunker links trifft. Bahn 14 bietet ein weiteres, langes Par 5 mit bis zu 532 Metern. Die Spielbahn verläuft ganz leicht bogenförmig, so dass man stets verleitet wird, eher rechts anzuhalten – dort lauern jedoch zahlreiche Fairwaybunker. Auch das Grün wird rechts deutlich stärker verteidigt als über die Grünmitte oder links. An Bahn 15, einem Par 3, fallen vor allem das länglich angeordnete Grün und die beiden großen Bunker zu beiden Seiten des Grüns auf. Wer hier ein Par spielen möchte, sollte das Grün möglichst vom Abschlag genau treffen. An Bahn 16, einem Par 4, spielt man am besten über die rechte Fairwayseite, auch wenn das Grün rechts durch einen weiteren großen Bunker schützt wird. Bahn 17 ist ein weiteres langes Par 4, links lauert Wasser, rechts Waste Area. Bunker kommen jedoch erst um das Grün ins Spiel. Die 18 ist eine wunderschön designte Schlussbahn. Vom Abschlag des Par 5s sieht man zur rechten Seite den großen See – der Teeshot sollte daher nicht zu sehr rechts angehalten werden, auch wenn die hinteren Abschläge deutlich nach rechts versetzt sind. Links lauern jedoch allerlei Büsche und Bäume, zudem ist das Fairway onduliert. Weiter geht es immer Richtung Clubhaus, das Fairway wird zunächst zur Drivelandezone hin breiter, dann verjüngt es sich Richtung Grün auf der rechten Seite wieder. Das Fairway wird durch drei längliche Bunker zu beiden Grünseiten excellent verteidigt. Wer hier mit einem Par vom Grün geht, hat sich seinen After Round-Drink an der der Bar im Clubhaus redlich verdient.

 

An golffreien Tagen kann man in Ras Al Khaimah entweder die (meist künstlich angelegten) Strände und das Meer genießen, oder man erkundet sie Landschaft. Mit 1.934 m ist der Jebel Jais der höchste Berg der gesamten Vereinigten Arabischen Emirate. Eine sehr gut ausgebaute Straße führt durch die Bergwelt hinauf zu zahlreichen Aussichtspunkten. Für Adrenalin-Junkies gibt es einen Klettersteig (Via Ferrata), der mit insgesamt drei Seilrutschen kombiniert wurde.

 

Natürlich gehört ein Ausflug in die Wüste fast schon zum Standard-Programm in den Emiraten. In Ras Al Khaimah kommt die Wüste den touristischen Regionen jedoch so nahe, dass man ihre Ausläufer auf sehr gut befestigten Straßen gut selbst per Mietwagen erkunden kann. Dies gilt besonders für die Region rund um das Ritz-Carlton Ras Al Khaimah in der Al Wadi Wüste – hier hat man gute Chancen, auf frei laufende Kamele und andere Wüstenbewohner zu treffen. Wer möchte, kann natürlich auch im Ritz übernachten und dann abends den unvergleichlichen Sternenhimmel in der Wüste bewundern.

 

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