Traumhafte Seychellen

oder: wie man mit 27 Bahnen alle Golfplätze eines Landes spielen kann!

 

Zugegeben: die Seychellen sind nicht gerade eine klassische Golfdestination. Zu verlockend sind die zahlreichen Inseln mit ihren Traumstränden, vor allem auf Praslin und La Digue, sowie das schier unendliche Wassersportangebot. Doch auch inmitten von Palmen, filmreifen Stränden, Riesenschildkröten und Coco de Mer-Kokosnüssen gibt es Möglichkeiten zum Golfen. Zwar können die Seychellen nicht mit einem ähnlich breit gefächerten Golfangebot wie ihre Nachbardestination Mauritius aufweisen, aber wer auch während eines Urlaubs an einigen der schönsten Strände dieser Erde auf eine Golfrunde zwischendurch nicht verzichten möchte, findet auf den beiden grössten Inseln, Mahé und Praslin, entsprechende Angebote.

 

 

Lémuria Resort Golf Course (Praslin)

Der Lémuria Resort Golf Course ist Bestandteil des gleichnamigen Luxushotels. Hotelgäste zahlen keine Greenfee, der Platz steht aber nach kurzfristiger Voranmeldung auch Gästen offen. Wer kein eigenes Equipment mit auf Reisen genommen hat, kann gegen Entgelt auf sehr gutes Leihequipment (z.B. von TaylorMade) zurückgreifen. Der Golfplatz steht dem hohen Qualitätsniveau der Constance-Hotelgruppe, die das Lémuria Resort betreibt, nicht nach. Die ersten neun Löcher sind eher flach gehalten – fast schon Links-Course Stil.

 

Immer wieder haben die Designer erfolgreich mit Wasserelementen und den Seychellen-typischen Granitfelsen gespielt. Und sobald Wasser ins Spiel kommt, kann ein nicht ganz so präzise gespielter Ball auch schon einmal in einem Krabbenloch entschwinden. Nach den eher gemässigten ersten Löchern zieht der Schwierigkeitsgrad auf den zweiten neun Löchern deutlich an. Jetzt geht es Richtung Inselinneres und das bedeutet: es wird deutlich hügeliger. Fast hat man den Eindruck, man spiele einen alpinen Golfplatz, und nun versteht man auch, warum ein E-Cart für die Runde Pflicht ist. Stets variieren die Spielbahnen bergauf und bergab, teils sind kleine Täler zu durchspielen.

 

Absolutes Highlight: Loch 15! Mit fantastischem Blick auf die traumhafte Anse Georgette schlägt man gut 50 (!) Meter über dem Grün ab – man hat das Gefühl, dass der Ball ewig fliege. Ein weiteres Highlight unserer Runde: wer im Sekretariat Getränke bestellt, bekommt diese in eine mit Eis gefüllte Kühlbox direkt auf den E-Cart gepackt – und an heissen Tagen erscheint zwischendurch auch ein Mitarbeiter des Resorts und verteilt geeiste Tücher an die Spieler. Ein Service, der gerne auch in anderen Clubs eingeführt werden darf. Das Preisniveau für Greenfee, Leihschläger und E-Cart ist als Paket mit rund 100 Euro fair kalkuliert, der Platz ist aufgrund seines ausgezeichneten Zustands und der grossartigen Architektur jeden Cent wert!

Seychelles Golf Club (Mahé)

Auch die Hauptinsel Mahé wartet mit einem Golfplatz auf, der dem Seychelles Golf Club gehört. So luxuriös der Lémuria-Platz ist, so schlicht ist diese Anlage. Alles wirkt hier verträumter und eine Nummer kleiner.

 

E-Carts gibt es auf dieser 9-Loch-Anlage nicht, dafür aber Leihtrolleys und Leihschläger – die teilweise jedoch fast schon historischen Wert haben könnten. Aber schliesslich geht es nicht um eine Turnierrunde, sondern einfach eine entspannte Runde in tropischem Ambiente. Ein aufwändig gestaltetes Clubhaus sucht man ebenso wie Verpflegungsmöglichkeiten vergebens. Daher am besten zur Sicherheit Wasser für die Runde mitbringen! Der Platz ist sehr flach gehalten und auch von Durchschnittsspieler gut zu bewältigen. Die Spielbahnen wechseln meist zwischen Par 3 und kurzen Par 4, nur die Schlussbahn ist als Par 5 ausgelegt.

 

Der gesamte Platz ähnelt einer Kokospalmen-Allee. Daher sollte jeder Spieler immer wieder auf herab fallende Kokosnüsse achten. Die Bahnen sind eher eng gehalten und erfordern präzises Spiel, die Grüns sind meist nicht allzu schwierig und extrem sandig.

 

Sicherlich erreicht diese Anlage weder die Qualität noch den sportlichen Anspruch des Lémuria-Course, eine willkommene Abwechslung zu einem Strandtag ist sie allemal – und wer kann schon nach nur zwei Golfrunden von sich behaupten, alle Golfplätze eines Landes gespielt zu haben?!

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