Rethmar Golf (Golf 51

Arnold Palmer Design vor den Toren Hannovers

Rethmar Golf (vormals Rethmar Links) ist eine von insgesamt aktuell nur zwei Golfanlagen in Deutschland, die von Arnold Palmers Design Company entworfen wurden. Oft wird der Platz als Links Course bezeichnet, obwohl er nicht direkt am Meer liegt (selbst das Steinhuder Meer ist einige Kilometer entfernt). Wer die Anlage spielt, wird denn auch eher an typische Plätze in Florida erinnert denn an traditionelles Linksgolf. An vielen Spielbahnen kommen Wasserhindernisse ins Spiel, so dass eine Runde hier durchaus schon einmal Ball-intensiv sein kann. Da die Anlage insgesamt jedoch sehr flach ist und nur wenig Baumbestand aufweist, erinnern andere Spielbahnen mit ihren weitläufigen Flächen und dem durch Gräser dominierten Rough tatsächlich an viele Linksgolfplätze. Am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig kann für manche Spieler der optische Hintergrund der Anlage sein: so ziemlich alle Energiequellen der letzten Jahrzehnte sind vom Platz aus häufig zu sehen, angefangen vom Kraftwerk über Stromleitungen bis hin zu modernen Windkrafträdern. Das hat jedoch auf die Qualität des Platzes keinerlei Einfluss, deutet aber darauf hin, dass man auf dieser Anlage durchaus auch einmal mit kräftigem Wind rechnen sollte – und spätestens dann entwickelt man auf vielen Bahnen echtes Links-Feeling.

 

In den vergangenen Jahren durchlief die Anlage einige schwierigere Zeiten, doch nun gehört sie gemeinsam mit der Golfanlage in Gleidingen zu Golf51 und präsentierte sich bei unserem Besuch im Juni 2017 bereits wieder in sehr gutem Zustand. Das gilt nicht nur für die Fairways und Abschläge, sondern auch für die für deutsche Verhältnisse recht schnellen Grüns. Mit dem neuen Besitzer ist somit auch die Bereitschaft zurückgekehrt, in das Produkt – also insbesondere den Platz – zu investieren. Die Atmosphäre auf der gesamten Anlage ist angenehm familiär, Hunde sind ebenfalls gerne gesehene Begleiter. Der Platz bietet jeweils vier Abschläge pro Bahn (blau ist sowohl für Damen als auch für Herren geratet), die Gesamtlänge beträgt je nach Teebox zwischen 5.186 und 6.440 Meter, ist also durchaus anspruchsvoll. Es ist dem neuen Betreiber und den sehr engagierten Mitgliedern sehr zu wünschen, dass die Anzahl der Mitglieder und Gastspieler nun weiter zunimmt und die Anlage wieder in ruhiges Fahrwasser kommt.

 

Schon der Auftakt der Runde ist anspruchsvoll, nicht umsonst wird die Bahn als schwierigste des Platzes eingestuft: Das bis zu 384 Meter lange Par 4 erfordert einen präzisen Teeshot, sonst landet der Ball gerne wahlweise in einem der Fairwaybunker links und rechts oder im Wasserhindernis, das das Fairway in der Drivelandezone zu beiden Seiten verjüngt. Und auch die zweite Bahn, ein bis zu 216 Meter langes Par 3, bringt Wasser ins Spiel – allerdings nur auf der ersten Hälfte der Bahn, die man entsprechend carry überspielen muss. Danach hat man mehr mit den großen Grünbunkern zu kämpfen. Bahn 3, ein knapp 380 Meer langes Dogleg links, spielt sich da deutlich entspannter. Das Fairway am folgenden, bis zu 545 Meter langen Par 5, zeigt eine leichte Biegung links, dafür kommen beim Teeshot und meist auch beim zweiten Schlag keine Bunker ins Spiel. Allerdings wird das Fairway durch typische Gräser im Links-Stil gesäumt, so dass man diesen Bereich möglichst meiden sollte. Beim folgenden, mittellangen Par 4 ist das Grün leicht nach links zum Fairway versetzt, zudem warten hier mächtige Bunker auf die Abschläge. Dichtes Rough umgibt auch die gesamte sechste Bahn, jedoch sollte das maximal 170 Meter lange Par 3 für alle Golfer je nach gewählter Teebox vom Abschlag aus erreichbar sein. Das langgezogene Grün spielt man am besten mittig an, denn zu beiden Seiten lauern große Grünbunker auf ungenaue Schläge. Solche Grünkonzepte kennt man von zahlreichen Plätzen Palmers in den USA, aber auch in Rethmar machen sie den Reiz vieler Bahnen aus. Das eher kurze Par 4 (maximal 314 Meter) an Bahn 7 bietet eine gute Chance zu Par und Birdie – vorausgesetzt, man trifft das Fairway vom Tee, denn links und rechts des Fairways lauert welliges und dichtes Rough. Daher hier lieber am Abschlag zum Eisen oder kleinen Holz greifen. Weiter geht es mit einem fast 90 Grad Dogleg rechts mit knapp 400 Metern Länge. Longhitter können versuchen, über die rechte Ecke abzukürzen, allerdings lauert hier auch ein imposanter Fairwaybunker. Der Schlag ins Grün sollte eher etwas links angehalten werden, rechts lauern hinter dem Grün einige Bunker. Die ersten neun Bahnen werden durch ein schönes, bis zu gut 470 Meter langes Par 5 Richtung Clubhaus beschlossen. Über weite Teile grenzt die Bahn links an einen Teich, daher sollte man seine Schläge eher etwas rechts anhalten und einen etwas längeren Weg zum Grün in Kauf nehmen.

Auch an der ersten Bahn der Back 9, einem langen Par 4 Dogleg rechts, kommt Wasser spürbar ins Spiel. Da das Dogleg auf dem Fairway sehr spät einsetzt, steht man hier vor der Frage, entweder das Fairway zunächst entlang zu spielen und erst mit dem dritten Schlag das Grün anzugreifen, oder man geht mit dem zweiten Schlag carry über das Wasser und verkürzt so auch die Gesamtlänge der Bahn. Wasser kommt auch an der 11, einem schönen und langen Par 4 ins Spiel. Hier gilt es, den Teeshot über das Wasser zu bringen – von der Länge her sollte dies für alle Golfer problemlos möglich sein, aber trotzdem übt Wasser bekanntermassen auf manche Golfer und ihre Bälle eine unglaubliche Anziehungskraft aus. Auch das folgende, bis zu 195 Meter lange Par 3 erfordert Präzision. Der Teeshot sollte eher rechts angehalten werden, da links vor und um das Grün große Bunker ins Spiel kommen. An Bahn 13 wartet ein weiteres, bis zu 502 Meter langes Par 5, das als leichtes Dogleg rechts ausgeführt wurde. Für Longhitter kommt der Fairwaybunker rechts vom Abschlag ins Spiel, ansonsten warten die größten Hindernisse rund um das Grün, das sehr gut durch Bunker verteidigt wird. An Bahn 14, einem kurzen Par 4, ist Wasser das dominierende Element, es zieht sich nahezu über die gesamte linke Hälfte der Spielbahn. Zudem windet sich das Fairway in Schlangenlinien Richtung grün, in der Drivelandezone rechts befinden sich zudem zwei große Fairwaybunker. Hier ist strategisches Spiel gefragt, zwei mittellange Eisen sollte für die meisten Golfer die perfekte Wahl auf dem Weg zum Grün sein. Vom Abschlag der 15 aus glaubt man, das folgende Par 3 bestehe vor allem aus Bunkern: Für Slicer kommen die beiden Fairwaybunker von der 14 erneut ins Spiel, der Bereich vor und links des Grüns wird durch zahlreiche Grünbunker verteidigt – eine tolle Bahn daher, an der Länge und Präzision gleichermaßen gefordert sind. Das bis zu 491 Meter lange Par 5 an Bahn 16 ist wiederum ein leichtes Dogleg rechts, in der Drivezone lauert ein großer Bunker. Das Grün sollte man eher etwas rechts anspielen und so die Grünbunker zur linken Seite umgehen. Die 17. Bahn ist ein leichtes Dogleg nach links. Dennoch sollte man versuchen, seinen Teeshot eher mittig bis rechts anzuhalten und so die Fairwaybunker zu vermeiden. Der Annäherungsschlag sollte nicht zu kurz geraten, sonst landet der Ball schnell zu beiden Seiten des Grüns in Bunkern. Die 18 ist eine wunderschöne Schlussbahn Richtung Clubhaus. Vom Tee aus kommt sowohl erst rechts und dann links Wasser ins Spiel, welches das Fairway wie eine Insel erscheinen lässt. Zudem ist die Schlussbahn mit bis zu 393 Metern nicht gerade kurz. Für den Annäherungsschlag ist ein guter Carry erforderlich, denn aus nahezu allen Lagen geht der Schlag ins Grün auf der linken Seite über Wasser. Wer sich hier zu sehr nach rechts orientiert, landen schnell in einem der großen Grünbunker auf der rechten Seite. 

 

Nach der Runde sollte man sich noch ein wenig Zeit nehmen und auf der Terrasse des ebenfalls ein wenig an die USA erinnernden Clubhauses verweilen. Das Restaurant „Palmers Bistro“ bietet eine kleine, aber feine Karte und regelmäßig wechselnde Tagesempfehlungen. 

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