Golfclub Pfälzerwald

Golfen zwischen Dubbeglas und Schuhparadies

Fast auf den Tag genau 10 Jahre nach Inbetriebnahme der heutigen 18 Spielbahnen führte uns der Weg in den Pfälzerwald. Der Golfclub Pfälzerwald im Rheinland-Pfälzischen Waldfischbach-Burgalben liegt rund 20 Minuten von Kaiserslautern entfernt und damit auch recht genau in der Mitte zwischen der Pfalz-Metropole und dem Schuh-Einkaufsparadies Pirmasens. Nachdem in 2016 einige Probleme mit den Grüns bestanden, präsentierte sich der Club dank intensiver Arbeit des Greenkeeping-Teams Ende August 2017 in ausgezeichnetem Zustand: die Fairways waren fast schon wie Teppiche, auch die Grüns waren in gutem Zustand, wenn auch – wie in Deutschland meist üblich – nur von mittlerer Geschwindigkeit. Erfreulicherweise ist die Anlage sehr hundefreundlich, auch im Clubrestaurant sind die Vierbeiner gerne gesehen. Die Anlage ist teils etwas hügelig, einige wenige Wege zum nächsten Abschlag sind etwas weiter, so dass zahlreiche Clubmitglieder und Gäste den Platz per Buggy absolvieren. Die Anlage ist jedoch keineswegs der Kategorie „Bergziegen-geeignet“ zuzuordnen, auch zu Fuß lässt sich der Platz bestens spielen.

 

Die Runde beginnt mit einem kurzen Par 4. Abschlag und Grün befinden sich auf ungefähr gleicher Höhe, dazwischen spielt man jedoch durch eine deutliche Senke. Rechts wartet dichter Wald, und auch das Grün ist durch Bäume umrandet – Longhitter können das Grün hier vom Abschlag attackieren, dies sollte man jedoch nur versuchen, wenn man auch gerade abschlägt, sonst ist der Ball schnell zwischen den Bäumen verschwunden. Beim folgenden Par 5 zeigt sich ein deutlicher Unterschied von den Damen- und Herren-Abschlägen. Das immerhin bis zu 504 Meter lange Par 5 bietet eine Ausgrenze rechts, zudem lauert links ein kleiner Wald. Der Abschlag wird nahezu blind ausgeführt, erst beim zwischen Schlag hat man einen guten Blick zum Grün – vom Damentee kann man den Bahnverlauf etwas besser einsehen. Dieses sollte man nicht zu weit rechts anspielen, sonst droht zu kurz geratenen Annäherungen ein großer Bunker. An der dritten Bahn kommt das erste Par 3 ins Spiel, eine recht einfache und maximal 162 Meter lange, gerade Bahn, bei der nur der Grünbunker rechts Ungemach verspricht. Deutlich anspruchsvoller ist die nächste Bahn, erneut ein Par 5 und mit bis zu 508 Metern mächtig lang. Der Abschlag ist leicht erhöht, auf der gesamten rechten Seite lauert eine Ausgrenze und links fällt die Landschaft im Rough leicht zur parallel verlaufenden Spielbahn ab – auch hier ist also Präzision gefragt. Das Wasser links sollte nur bei starken Hooks ins Spiel kommen. Das Grün spielt man am besten Mitte bis rechts an, hinter dem Grün verläuft ebenfalls die Ausgrenze. Die fünfte Bahn, ein mittellanges Par 4, ist ein leichtes Dogleg nach links und verläuft in der Gegenrichtung zur vierten Bahn. Daher kommt nun auch das Wasserhindernis ins Spiel, das sich auf der linken Fairwayseite im Bereich des Doglegs befindet. Liegt der Teeshot weiter rechts auf dem Fairway, bleibt das Wasser aussen vor. Das Grün ist jedoch anspruchsvoll, da recht deutlich onduliert. Bahn 6 ist ein einfaches, eher kurzes Par 3. Hier sollte man die Bunker auf der linken Grünseite meiden. Weiter geht es mit Bahn 7, einem bis zu 414 Meter langen Par 4, das als Dogleg rechts um nahezu 90 Grad abknickt. Zudem liegt das Tee deutlich tiefer als der Abschlag. Mutige können daher über das Dogleg abkürzen, doch droht über die gesamte rechte Seite eine Ausgrenze. Doch auch strategisches Spiel erfordert Präzision, da links des Fairways ein Wasserhindernis wartet und zwei Bunker den Knick des Doglegs flankieren. Danach gilt es, eine recht lange Wegstrecke zum nächsten Abschlag zu überwinden. Das lange Par 4 ist leicht nach links gewunden, der Abschlag ist nahezu blind. Am besten zielt man hier etwas rechts der Bäume auf der linken Fairwayseite – zu weit rechts liegt der Ball schnell in tiefem Rough. Bahn 9 beschließt mit einem sehr schönen, bis zu 536 Meter langen Par 5 den ersten Teil der Runde. Die Bahn ist zweimal leicht nach rechts gewinkelt, zudem lauert über die gesamte Spielbahn rechts die Ausgrenze. Verzieht man seinen Teeshot jedoch nach links, droht dichtes Rough am Hügel. Hat man den ersten Knick erreicht, blickt man auf das Clubhaus. Beim Schlag ins Grün sollte man vor allem nicht zu weit rechts anhalten, denn das Grün ist leicht erhöht und nach rechts verzogene Bälle rollen schnell über die Ausgrenze.

Zum zehnten Abschlag geht es wieder den Berg hinauf, er liegt unterhalb der ersten Spielbahn. Das gesamte Fairway hängt nach links, daher sollte man den Teeshot in jedem Fall rechts platzieren. Das Grün liegt – leicht nach links versetzt – in einer Senke. Einen guten Teeshot vorausgesetzt bietet dieses mittellange Par 4 eine gute Chance zu Par oder Birdie. Bahn 11 ist ein langes Par 3, das sich jedoch aufgrund seiner Bergab-Lage deutlich kürzer spielt. Wichtig ist es, den Teeshot auf das Grün zu bringen – landet er zu weit links, droht eine Hanglage oder der Ball liegt gar auf dem Fairway der 18. Das große, ondulierte Grün führt gerne auch einmal zu Dreiputts. Bahn 12 bringt das erste Par 5 der Back Nine ins Spiel. Mit bis zu 521 Metern ist auch diese Bahn ein Paradies für Longhitter, zumal vom Abschlag aus der Blick in die große Weite der Anlage schweift. Das Fairway hängt jedoch nach links, zudem droht rechts dichtes Rough und ein gut positionierter Fairwaybunker. Steht die Fahne rechts, sollte man den Schlag ins Grün nicht zu kurz lassen, sonst landet er in einem großen Grünbunker. Bahn 13 ist mit bis zu 386 Metern zwar nicht das längste Par 4 der Anlage, gilt aber als das schwierigste. Wichtig ist, vom Tee weder das Wasserhindernis rechts noch den großen Fairwaybunker links zu erwischen – wer als Longhitter jedoch seine volle Drivelänge ausspielen möchte, kommt um einen Teeshot über den Bunker rechts bei diesem Dogleg nicht herum. Auch das Grün ist anspruchsvoll modelliert, selbst ein Bogey ist für die meisten Spieler hier ein gutes Ergebnis. Bahn 14 ist eine der optisch reizvollsten Bahnen des Platzes. Das kurze, bis zu 146 Meter lange Par 3 wartet mit einem Inselgrün auf, das sehr stark onduliert ist. Selbst wenn man den Teeshot erfolgreich auf dem Grün abgelegt hat, ist je nach Landepunkt und Fahnenposition das Par noch längst nicht sicher. Das maximal 358 Meter lange Par 4 an der folgenden Bahn bietet eine gute Par- oder Birdiechance – sofern man seinen Abschlag richtig ablegt. Viele Golfer lassen sich vom kleinen Weiher rechts der Teeboxen irritieren und spielen das Fairway zu weit links an – besser ist es, den Teeshot nach rechts zu spielen, da das Fairway von dort einen guten Winkel ins Grün bietet. Für das folgende Par 3 mit bis zu 154 Metern gilt: Präzision gewinnt! Schlägt man vom Tee zu weit nach links, landet der Ball schnell im Wald und damit im Aus. Ist er zu lang, rollt er oft das erhöhte Grün herab, und rechts drohen Rough und auch ein Wasserhindernis. Dafür ist das Grün vergleichsweise einfach, ein Zweiputt sollte hier immer möglich sein. Die vorletzte Bahn ist das kürzeste Par 5 der Anlage (bis zu 470 Meter), das Fairway verläuft leicht S-förmig. Sofern man vom Tee das Rough zu beiden Seiten des Fairways vermeidet, hat man eine gute Chance, das Grün mit dem zweiten Schlag zu erreichen. Das Grün ist leicht erhöht und wird vor allem zur vorderen Seite durch einen großen Grünbunker verteidigt. Die 18 ist eine vergleichsweise einfache Schlußbahn, sofern man auf dem Fairway bleibt. Mit maximal 356 Metern spielt sich das Par 4 aufgrund seiner Abwärtslage kürzer. Den Teeshot sollte man möglichst rechts anhalten – aber nicht zu weit rechts, sonst landet er auf dem Abhang zur elften Spielbahn. Das Grün ist leicht nach links versetzt, von der linken Seite des Fairways muss jedoch eine hohe Baumgruppe überspielt werden, was mit zunehmender Schlägerlänge eine besondere Herausforderung darstellt. 

 

Nach der Runde sollte man noch die Pfälzer Gastgeberqualitäten im Restaurant Palatina genießen. Von der Terrasse aus bietet sich ein sehr schöner Ausblick auf die Bahnen 9 und 18, aber auch 1 und 10. Und so kann man herrlich bei einem Glas Pfälzer Wein – natürlich stilgerecht serviert im Dubbeglas – einen herrlichen Golftag nochmals Revue passieren lassen.

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