Eröffnung des Niederländischen Golfmuseums

Einblicke in die Geschichte des Golfsports auf der Golfanlage Beijenbeek bei Afferden (Provinz Limburg)

Seit dem 22. April 2016 ist die Niederländische Golfwelt um eine Attraktion reicher: das neue Golfmuseum im Club der Golfanlage Beijenbeek. Der Ort wurde mit Bedacht gewählt, denn genau hier wurde anläßlich eines Symposiums 2014 die These veröffentlicht, dass nicht Schottland, sondern Holland die Wiege des Golfsports sei. Der deutsche Wissenschaftler Heiner Gilmeister präsentierte auf diesem Symposium die Ergebnisse seiner Recherchen, wonach das 1545 erschienene Buch „Tyrocinium Latinae Linguae“ des berühmten niederländischen Gelehrten Pieter van Afferden die Ursprünge des Spiels nach Holland verlege. 

 

John Ott, Chef-Konservator des neuen Museums, und sein Team haben in den vergangenen Monaten intensiv auf diesen Tag hingearbeitet. Ziel war es, einen Überblick über die Entwicklung des Golfsports in den Niederlanden zu geben. Und dies ist Ott und seinem Team hervorragend gelungen. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung hatten Ott und sein Team ein sehr gelungenes Event rund um das historische Golfspiel organisiert. Nach einer kurzen Begrüßung wurde von den Pros Perry Somers, Iain Forrester, Brian Gee und Jan Dorrestein ein Hickory-Demowettspiel präsentiert. Welch präzises Spiel auch die vor 1935 gefertigten Hickoryschläger ermöglichen, zeigte das Ergebnis an der zweiten Spielbahn, einem Par 3: nur ein Spieler beendete die Bahn in Par, die drei übrigen Spieler spielten ein Birdie! 

Im Vorfeld wurde das Museum durch verschiedene Golfhistoriker aus ganz Europa unterstützt. Der Niederländische Golfverband hat die Arbeit ebenfalls unterstützt und wertvolle Kontakte im Rahmen der Recherche hergestellt, erläuterte Ott anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeiten. Den Grundstock zur nunmehr der Öffentlichkeit zugänglichen Sammlung in einem Raum des Clubhauses von Bleijenbeek wurde bereits vor rund 12 Jahren gelegt. Romana Oosterbeek-Airodi zögerte keinen Augenblick, die von ihrem verstorbenen Mann begonnene Sammlung in das neue Museum einzubringen, wie sie auf der Eröffnungsfeier berichtete. Weitere Unterstützung erhielten Ott und sein Team nicht nur vom gastgebenden Club, auch das Golfarchiv des Verbands unterstützt die Arbeit der Golfhistoriker. Der Eintritt kostet künftig 5 Euro pro Person, Inhaber der holländischen Museumskarte (vergleichbar dem Konzept von British Heritage) zahlen keinen Eintritt. Neben zahlreichen Exponaten aus Literatur, Schläger- und Ballgeschichte ist die Ausstellung des Original-Pokals der KLM Open sicherlich ein weiteres Highlight des Museums.

Danach konnten die Gäste der Eröffnung dann bei einem 18-Loch-Turnier selbst Hickory-Golf spielen. Für Neueinsteiger hatte das Niederländische Golfmuseum eigens Leihschläger von Iain Forrester organisiert. Stilecht wurden die Teilnehmer mit Rolls Royce Oldtimern und Pferdekutschen zu ihrer Teebox gefahren. Während des Turniers wurden für die Nichtgolfer zudem Rundfahrten mit den Kutschen und Oldtimern angeboten. Im Rahmen einer sehr gelungenen Abendveranstaltung wurden die Sieger gekürt und die Eröffnung des Museums gebührend gefeiert. Wie groß die Aufmerksamkeit für diese neue Einrichtung in Holland ist, zeigte nicht zuletzt die Anwesenheit zahlreicher Pressevertreter und ein abendlicher Bericht in den Nachrichten des Regionalfernsehens.

Für John Ott ist die intensive Kooperation unter den Golfhistorikern Europas ein wichtiges Element nicht nur der bisherigen, sondern auch der künftigen Arbeit. Auch mit dem Deutschen Golf Archiv strebt Ott einen regelmäßigen Austausch an. Schließlich solle das Museum weiterentwickelt werden und auch die Geschichte des Golfs europaweit noch stärker gepflegt werden – ganz im Sinne des „Spirits of the Game“. Und Otts Gedanken reichen noch weiter: auch die Gründung einer Vereinigung führender historischer Golfclubs in Europa zählt zu seinen Plänen für die nahe Zukunft. 

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